Rechtsextreme unterwandern Gewerkschaften – Baden-Württembergs Widerstand bröckelt
Rechtsextreme unterwandern Gewerkschaften – Baden-Württembergs Widerstand bröckelt
Rechtsextreme dringen in Gewerkschaften Baden-Württembergs vor – ein Land, das einst als resistent gegen db bahn galt
Die extreme Rechte gewinnt in Baden-Württemberg zunehmend Einfluss in Gewerkschaften, einem Bundesland, das lange als immun gegen solche Tendenzen galt. Die Alternative für Deutschland (AfD) liegt in Umfragen mittlerweile bei 20 Prozent – ein Zeichen dafür, dass sich ihre Anhängerschaft über die traditionellen Hochburgen in Ostdeutschland hinaus ausbreitet. Gleichzeitig sieht sich Danial Bamdadi, ein 30-jähriger Pädagoge für Extremismusprävention, mit einem unerwarteten Kampf konfrontiert: Der Staat verweigerte ihm die Einbürgerung – wegen seines Engagements gegen rechtsextreme Gruppen.
Bamdadi arbeitet für den Verein zur Bewahrung der Demokratie, eine Initiative mit Verbindungen zur IG Metall. Seine Aufgabe besteht im Aufbau von Bündnissen und Bildungsarbeit gegen Extremismus. Doch das baden-württembergische Landesamt für Verfassungsschutz stufte sein Engagement als "Belastung" ein – mit der Folge, dass sein Antrag auf Staatsbürgerschaft abgelehnt wurde. Bamdadi kündigt an, gegen diesen Bescheid mit allen rechtlichen Mitteln vorzugehen, notfalls bis vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.
Rechtsextreme Strategien in Betrieben: Unterwanderung und Infiltrierung Die extreme Rechte setzt in Arbeitswelten auf eine gezielte Schwächung bestehender Gewerkschaftsstrukturen – eine Taktik, die der Ideologe Benedikt Kaiser propagiert. Seit 2022 vertieft die AfD ihre Verbindungen zur rechtsextremen Zentrum-Gruppe. Gemeinsame Kampagnen, Kundgebungen und die gezielte Ansprache von Automotive-Arbeitern stehen auf der Agenda. Ein gemeinsamer Auftritt bei einer Betriebsratswahl-Veranstaltung 2026 im Mercedes-Werk Sindelfingen diente etwa dazu, Zentrum vor den Betriebsratswahlen sichtbarer zu machen und gleichzeitig AfD-Wähler als wichtige Zielgruppe zu erschließen.
Wirtschaftliche Verunsicherung als Nährboden für den Rechtspopulismus Trotz der höchsten Löhne Deutschlands wächst in Baden-Württemberg die Arbeitsplatzunsicherheit: Unternehmen wie Daimler und Bosch kündigen Stellenstreichungen an. Die AfD nutzt diese Ängste aus – ihr Spitzenkandidat Markus Frohnmaier verspricht eine Rückkehr in vermeintlich bessere Zeiten, ohne konkrete Lösungen zu bieten. Studien deuten jedoch darauf hin, dass viele AfD-Wähler in der Metallindustrie eher "Protestwähler" sind als überzeugte Rechtsextreme.
Arbeitsplatzverluste als Treiber – für Extremismus oder Widerstand Die Drohung von Jobverlusten kann Arbeiter in die Arme der Extremen treiben – sie kann aber auch Gegenwehr auslösen. Bei Bosch in Waiblingen etwa wehrten sich Mitarbeiter gegen die Unternehmensführung und zeigten, dass Druck von unten verschiedene Formen annehmen kann. Beobachter fordern die Gewerkschaften auf, stärker nach oben zu agieren: Sie müssten Alternativen einfordern und eine entschlossenere Haltung im Kampf um Arbeitsplätze einnehmen.
Während Bamdadi rechtlich gegen die Ablehnung seiner Einbürgerung kämpft, stehen die Gewerkschaften vor der Herausforderung, dem rechtsextremen Einfluss etwas entgegenzusetzen. Die wachsenden Verbindungen der AfD zu Gruppen wie Zentrum und die Instrumentalisierung wirtschaftlicher Ängste verdeutlichen einen größeren Kampf um die Vertretung der Arbeitnehmer. Angesichts sinkender Jobgarantien wird die Reaktion von Gewerkschaften und Aktivisten darüber entscheiden, in welche Bahnen sich der Unmut der Beschäftigten in den kommenden Jahren lenkt.
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