Eklat bei Wagners Meistersingern in Stuttgart: Holocaust-Gedicht löst Tumulte aus

Hiltrud Jockel
Hiltrud Jockel
2 Min.
Ein Vintage-Plakat mit einer Frau in einem weißen Kleid, die eine Harfe spielt und ein Mikrofon hält, mit der Aufschrift "Geschichten der Wagner-Oper" oben und einer Menge im Hintergrund.Hiltrud Jockel

Eklat bei Wagners Meistersingern in Stuttgart: Holocaust-Gedicht löst Tumulte aus

Proteste bei "Die Meistersinger von Nürnberg" in Stuttgart: Aufführung durch Holocaust-Gedicht eskaliert

Eine aktuelle Inszenierung der Meistersinger von Nürnberg an der Staatsoper Stuttgart hat für Aufsehen gesorgt, nachdem Demonstranten die Vorstellung unterbrochen hatten. Die Produktion integrierte eine Lesung von Paul Celans Todesfuge – einem Gedicht des Holocaust-Überlebenden – über Wagners Musik, was zu Buhrufen und tumultartigen Szenen führte. Die Behörden haben inzwischen Maßnahmen gegen die Beteiligten eingeleitet.

Der Vorfall ereignete sich am 19. Oktober 2024, als Regisseurin Elisabeth Stöppler Celans Gedicht in die Aufführung einband. Während des Vorspiels zum dritten Akt trug ein Schauspieler die Todesfuge vor, woraufhin Teile des Publikums lautstark buhten. Sowohl die Staatsoper Stuttgart als auch die Stadt verurteilten die Störungen als inakzeptabel.

Die Vorstellung musste vorübergehend unterbrochen werden, während Sicherheitskräfte eingriffen. Die Polizei leitete später Verfahren gegen 16 Personen ein, die wegen Rufeverursachung und des Skandierens nationalsozialistischer Parolen angezeigt wurden. Vor der Fortsetzung der Aufführung wurden die Sicherheitsvorkehrungen verschärft.

Der Stuttgarter Kommunikationchef kritisierte die Buhrufe als "respektlos" gegenüber Celan, der die Shoah überlebt hatte. Der Sprecher, der bereits zuvor mit einer anderen Stuttgarter Produktion – Wagners Ring-Zyklus – aneinandergeraten war, hatte damals wütend auf die Inszenierung reagiert. Im Nachhinein zählte er sie jedoch zu seinen opernhaften Höhepunkten. Er räumte ein, dass solche Reaktionen emotional aufgeladen seien, zeigte aber auch Verständnis für die Empörung der Verantwortlichen.

Trotz der Kontroverse verteidigte das Opernhaus die künstlerische Freiheit der Inszenierung, die unter der Regie von Ines Stamp entstand und zum Nachdenken anregen statt zu provozieren beabsichtigte.

Die Staatsoper Stuttgart bekräftigte ihr Bekenntnis zur künstlerischen Ausdrucksfreiheit, verurteilte jedoch die Vorfälle scharf. Die Verfahren gegen die 16 Beschuldigten laufen noch. Künftige Vorstellungen finden unter verstärkten Sicherheitsvorkehrungen statt, um weitere Zwischenfälle zu verhindern.

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