Nur jeder Dritte wird abgeschoben – Baden-Württembergs alarmierende Bilanz 2025

Hiltrud Jockel
Hiltrud Jockel
2 Min.
Eine Liniendiagramm, das die Anzahl der Personen, die in den Vereinigten Staaten Asyl gewährt bekommen haben, von 1990 bis 2016 zeigt, mit begleitendem Text.Hiltrud Jockel

Nur jeder Dritte wird abgeschoben – Baden-Württembergs alarmierende Bilanz 2025

Abschiebezahlen in Baden-Württemberg sorgen für scharfe Kritik

Neue Daten zeigen einen drastischen Anstieg gescheiterter Abschiebungen – und lösen damit heftige Debatten aus. Im Jahr 2025 wurden nur 36,7 Prozent der geplanten Abschiebungen vollzogen, mehr als 63 Prozent blieben unerledigt. Politiker stellen nun die Wirksamkeit der aktuellen Vollzugspraxis infrage.

Die Zahl der geplanten Abschiebungen im Land stieg stark an: von 5.717 im Jahr 2023 auf 9.243 im Jahr 2025. Trotz dieses Anstiegs sank die Erfolgsquote weiter – nur ein Drittel der Fälle wurde umgesetzt. Der häufigste Grund für das Scheitern war, dass Betroffene nicht angetroffen wurden (648 Fälle). 176 Personen entzogen sich der Abschiebung durch Untertauchen, während nur zehn sich körperlich zur Wehr setzten.

Bundesweit spiegelt sich dieser Trend wider. Seit 2023 scheitern jährlich über 60 Prozent der Abschiebungen in Deutschland, mit einem leichten Anstieg von 2024 auf 2025. In Erstaufnahmeeinrichtungen lag die Erfolgsquote noch niedriger: Von 1.760 geplanten Abschiebungen im Jahr 2025 wurden nur 654 durchgeführt.

Der AfD-Abgeordnete Sandro Scheer bezeichnete die Lage als "massives Vollzugsdefizit". Er betonte, dass konsequente Abschiebungen notwendig seien, um die Rechtsordnung und das Vertrauen der Bevölkerung zu stärken. Ohne strengere Maßnahmen drohe die Glaubwürdigkeit des Rechtsstaats weiter zu erodieren, warnte er.

Die Zahlen verdeutlichen die anhaltenden Herausforderungen bei der Durchführung von Abschiebungen – sowohl in Baden-Württemberg als auch bundesweit. Mit einer Scheiterquote von über 60 Prozent in drei aufeinanderfolgenden Jahren wächst der Druck auf die Behörden, logistische und rechtliche Hürden zu überwinden. Die Kluft zwischen geplanten und tatsächlich durchgeführten Abschiebungen bleibt ein zentrales Problem für die Politik.

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