Cem Özdemir schreibt als erster türkischstämmiger Ministerpräsident Geschichte

Sepp Kraushaar
Sepp Kraushaar
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Eine Karte von Türkei, die in verschiedenen Farben die prozentuale Bevölkerung in jedem Gebiet zeigt, mit dem Text "Canakkale Wahlresultate 2018".Sepp Kraushaar

Cem Özdemir schreibt als erster türkischstämmiger Ministerpräsident Geschichte

Cem Özdemir hat Geschichte geschrieben: Als erster Ministerpräsident eines deutschen Bundeslandes mit türkischen Wurzeln setzte er ein Zeichen. Seine Wahl in Baden-Württemberg sorgte international für Aufmerksamkeit – besonders in der Türkei, wo Medien seinen Wahlkampf intensiv begleiteten. In der türkischstämmigen Community Deutschlands wurde dieser Meilenstein mit Stolz aufgenommen.

Özdemirs politische Laufbahn begann 1981 mit dem Eintritt in die Grüne Jugend und die Jusos. Bereits 1984 wurde er Mitglied bei Bündnis 90/Die Grünen. Sein Aufstieg war stetig: Von 1994 bis 2004 saß er im Stuttgarter Stadtrat, zog 1994 in den Bundestag ein und wurde 1998 sowie 2002 wiedergewählt. Zwischen 2001 und 2005 führte er gemeinsam die Grünen-Fraktion im Parlament, bevor er von 2008 bis 2018 als Parteivorsitzender der Grünen fungierte. Zudem bekleidete er die Ämter des Bundestagsvizpräsidenten (2013–2018) und des Bundesministers für Ernährung und Landwirtschaft (2018–2025), ehe er sein aktuelles Amt antrat.

Sein Verhältnis zum türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan war stets angespannt. 2018 sorgte ein Händedruck zwischen beiden während Erdoğans Deutschlandbesuch in der Türkei für Schlagzeilen. Trotz gegenseitiger Abneigung pflegten sie diplomatische Kontakte. Erdoğan forderte Özdemir einst auf, seine türkische Abstammung per Bluttest zu beweisen, während ihn einige türkische Medien aufgrund seiner Wahlkampfäußerungen als "Feind der Türken" brandmarkten. Özdemir hingegen deutete an, dass die Ablehnung durch Erdoğans Anhänger ein Indiz dafür sein könnte, auf dem richtigen Weg zu sein.

Özdemirs Aufstieg zum Ministerpräsidenten markiert einen bedeutenden Moment für die Repräsentation in der deutschen Politik. Die türkische Berichterstattung über seine Wahl unterstrich die Bedeutung für die Diaspora. Seine lange Karriere und die öffentlichen Auseinandersetzungen mit Erdoğan machten ihn sowohl in Deutschland als auch international zu einer prägenden Figur.

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