Schwarz-Rot in der Krise: AfD überholt CDU in aktuellen Wahlumfragen

Hiltrud Jockel
Hiltrud Jockel
2 Min.
Eine Karte Deutschlands aus dem 19. Jahrhundert, die politische Teilungen zeigt, mit beschreibendem Text oben und unten.Hiltrud Jockel

Spahn: Koalition ist auf Erfolg eingestellt - Schwarz-Rot in der Krise: AfD überholt CDU in aktuellen Wahlumfragen

Die politische Landschaft Deutschlands bleibt unbeständig, während CDU/CSU und SPD darum kämpfen, ihre Koalition aufrechtzuerhalten. Aktuelle Umfragen zeigen sinkende Zustimmungswerte für beide Parteien, während die rechtspopulistische AfD in einigen Erhebungen mittlerweile führt. Unterdessen hat der CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende Jens Spahn seine Partei aufgefordert, mit der SPD gemeinsame Lösungen zu finden – mit der Warnung, dass ein Scheitern keine Option sei.

Die derzeitige schwarz-rote Koalition ist seit ihrer Bildung nach der Bundestagswahl 2025 von anhaltenden Konflikten geprägt. Damals erreichte die Union 28,6 Prozent der Stimmen, die AfD 20,8 Prozent. Doch bis Februar 2026 zeigten Umfragen einen Wandel: Die AfD stieg auf 24 bis 26 Prozent und überholte damit die CDU/CSU, die auf 23 bis 25 Prozent fiel. Die SPD blieb stabil bei 15 Prozent, die Grünen und die Linke lagen bei 10 bis 13 Prozent, während FDP und BSW unter fünf Prozent blieben.

Die Zustimmung zur Koalition unter der Führung von Friedrich Merz ist auf nur noch 22 Prozent gesunken. Stabile Mehrheitsoptionen sind kaum noch in Sicht. Die schwarz-rote Allianz kommt derzeit auf etwa 38 bis 40 Prozent – weit entfernt von einer regierungsfähigen Mehrheit. Auch andere mögliche Bündnisse wie eine Ampel- oder Jamaika-Koalition erreichen in Umfragen keine 50 Prozent.

Spahn betont immer wieder die Notwendigkeit der Zusammenarbeit mit der SPD und erklärt, es gebe "keine Alternative". Sein Motto für die Koalition, "Muss", unterstreicht die Dringlichkeit, praktikable Kompromisse zu finden. Gleichzeitig schließt er jede Zusammenarbeit mit der AfD oder der Linken kategorisch aus – was die Möglichkeiten für eine stabile Mehrheit weiter einschränkt.

Die anstehenden Landtagswahlen erhöhen den Druck zusätzlich. Ohne die AfD oder die Linke könnte in einigen Bundesländern die Regierungsbildung unmöglich werden. Umfragen deuten an, dass Union und SPD nur mit den Grünen eine Mehrheit erreichen könnten – ein Szenario, das jedoch unsicher bleibt.

Nun müssen CDU/CSU und SPD ihre brüchige Koalition inmitten schwankender Wählerstimmungen steuern. Während die AfD in den Umfragen zulegt und traditionelle Bündnisse an Boden verlieren, hängt der Erfolg der Partnerschaft von greifbaren Ergebnissen ab. Die kommenden Monate werden zeigen, ob Kompromisse die Regierung stabilisieren oder eine Neuausrichtung der politischen Allianzen erzwingen werden.

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