03 April 2026, 16:28

Wie Seemannslieder die Seele Kiels und einer ganzen Generation prägten

Altes Buchcover mit einer Vintage-Schiff-Illustration in gedämpften Tönen, begleitet von klassischem Text.

Wie Seemannslieder die Seele Kiels und einer ganzen Generation prägten

Der Klang der Seemannslieder erfüllte einst die Werften von Kiel, wo der junge Michael Krieg aufwuchs und zuschaute, wie Schiffe in den Förde hinabglitten. Diese Lieder, verwurzelt in der harten Arbeit der Seeleute, wurden zu seiner lebenslangen Leidenschaft – genau wie für Generationen vor ihm. Die Tradition der Seemannslieder hallt noch heute nach, getragen von Chören und Filmen, die den Geist der See am Leben halten.

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Michael Krieg verbrachte seine frühen Jahre in der Nähe der Howaldtswerke in Kiel, wo gewaltige Tanker, Frachter und Marineschiffe zu Wasser gelassen wurden. Das tägliche Schauspiel dieser Stapelläufe faszinierte ihn. Doch es waren nicht nur die Schiffe, die Eindruck hinterließen – es war die Musik, die mit ihnen verbunden war. In seinem Kirchenchor sang ein bassstarker Sänger, der auch dem Lotsen-Gesangverein angehörte, einem 1929 gegründeten Chor der Hafenlotsen. Diese Verbindung brachte Krieg mit der reichen Tradition der Seemannslieder in Berührung – Lieder, die einst von Matrosen gesungen wurden, um den Rhythmus bei mühevollen Arbeiten zu halten.

Zu Hause verehrte seine Mutter Hans Albers, den "blonden Hans", einen Schauspieler und Frauenhelden, der 1944 in Große Freiheit Nr. 7 die Hauptrolle spielte. Albers verkörperte Hannes Kröger, einen singenden Seemann, zerrissen zwischen Liebe und der See. Als seine Zuneigung zu La Paloma unerwidert bleibt, heuert Kröger auf der Padua an, einer viermastigen Bark, und sticht in See. Die Padua – heute das russische Schulschiff Krusenstern – gehörte zu den legendären Flying P-Linern, dem letzten erhaltenen Schiff dieser Art.

Krieg wuchs mit den Shantys von Albers, Freddy Quinn und Lale Andersen auf, Stimmen, die seine Liebe zu diesem Genre prägten. Diese Lieder, geboren im Zeitalter der Segelschiffe, hatten sich zu einem kulturellen Symbol entwickelt. Im 20. Jahrhundert verbanden sie Gemeinschaften, vermischten Nostalgie mit musikalischer Tradition. Moderne Chöre, wie der in Geraberg, führen sie noch heute mit derselben Leidenschaft auf.

Die Padua fährt zwar nicht mehr unter ihrem ursprünglichen Namen, doch ihr Erbe lebt in Geschichten und Liedern weiter. Für Krieg und viele andere sind Seemannslieder eine lebendige Verbindung zur Vergangenheit, die Werften, Kinos und Chöre über Jahrzehnte hinweg verbindet. Was einst ein Werkzeug der Arbeit war, ist heute eine Feier des ungebrochenen Rufs der See.

Quelle