Wie E-Autos das Stromnetz stabilisieren – Pilotprojekt zeigt revolutionäres Potenzial
Vladimir DöhnWie E-Autos das Stromnetz stabilisieren – Pilotprojekt zeigt revolutionäres Potenzial
Pilotprojekt in Deutschland zeigt: Private Elektroautos können Stromnetz stabilisieren
Ein Pilotprojekt in Deutschland hat demonstriert, wie private Elektrofahrzeuge dazu beitragen können, das Stromnetz zu stabilisieren. Der Übertragungsnetzbetreiber TransnetBW und der Energiedienstleister Octopus Energy testeten gemeinsam ein System, das die Ladevorgänge von Autos bei Netzengpässen intelligent steuert. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Elektrofahrzeuge eine Schlüsselrolle bei der effizienteren Steuerung der Energienachfrage spielen könnten.
Im Rahmen des Projekts OctoFlexBW wurde die DA/RE-Plattform von TransnetBW mit dem KrakenFlex-System von Octopus Energy verknüpft. Damit ließ sich das Laden von über 700 Batterie-Elektrofahrzeugen aus Privathaushalten steuern. Durch die koordinierte Anpassung von Ladezeiten und -mengen half das System, die Belastung des Netzes in Spitzenzeiten zu verringern.
Die Fahrzeughalter gaben dabei ihre gewünschte Lademenge und den Fertigstellungszeitpunkt vor, während ein Aggregator den Prozess anhand von Strompreisen und Netzbedingungen optimierte. Im Versuch erreichte das System eine tägliche Flexibilitätskapazität von rund zwei Megawattstunden – genug, um das reale Potenzial aufzuzeigen. Experten schätzen, dass eine Million teilnehmende Elektrofahrzeuge täglich mehrere Gigawattstunden an Flexibilität bereitstellen könnten. Das würde einen großen Teil des aktuellen Redispatch-Bedarfs in Deutschland decken.
Der Erfolg von OctoFlexBW führte zu einer Folgeinitiative namens DataFleX. In dieser nächsten Phase sollen weitere Fahrzeuge und Technologien eingebunden werden, um das Verfahren zu skalieren. Die Projektpartner setzen sich zudem für eine Anpassung der Redispatch-Regularien ein und schlagen ein marktbasiertes System namens "Redispatch 3.0" vor, um dezentrale Flexibilität besser zu nutzen.
Die Arbeit fügt sich in die größere Energiewende Deutschlands ein. Durch die Steuerung von Lasten in Niederspannungsnetzen könnte der Ansatz die Redispatch-Kosten senken und den Bedarf an fossilen Kraftwerken verringern. Allerdings konzentrierte sich das Pilotprojekt auf die technische Machbarkeit – nicht darauf, wie breit das Konzept in verschiedenen Regionen umsetzbar wäre.
Das Projekt bewies, dass sich Elektrofahrzeuge vollständig in bestehende Redispatch-Prozesse integrieren lassen. Mit weiterer Entwicklung könnte die Methode dazu beitragen, das Netz nachhaltiger auszubalancieren. Die nächsten Schritte umfassen die Erweiterung des Systems und die Überarbeitung der Regularien, um das volle Potenzial zu erschließen.






