Polizei Reutlingen und Gedenkinitiative stärken Aufarbeitung der NS-Verbrechen durch neue Partnerschaft
Vladimir DöhnPolizei Reutlingen und Gedenkinitiative stärken Aufarbeitung der NS-Verbrechen durch neue Partnerschaft
Neue Partnerschaft zwischen Polizei und historischer Gedenkinitiative vertieft Aufarbeitung NS-Verbrechen
Am 18. März 2026 unterzeichneten Polizepräsident Udo Vogel und Professorin Benigna Schön Hagen im Polizeipäsidium Reutlingen eine Kooperationsvereinbarung, die Bildung, Demokratieförderung und die historischen Lehren aus der NS-Zeit in den Mittelpunkt stellt. Die Zusammenarbeit zwischen der Reutlinger Polizei und der Initiative Feld X, einer Gedenkstätte für Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung, soll durch gemeinsame Projekte und Schulungen das Bewusstsein für die Verbrechen des Regimes schärfen.
Kern der Partnerschaft ist die Ausstellung "Grenzenlose Anatomie: Tübinger Wissenschaft und der Nationalsozialismus", die die Verstrickung lokaler Anatomen mit dem NS-System aufarbeitet. Künftig werden Polizeibedienstete im Rahmen ihrer Fortbildung regelmäßig geführte Rundgänge durch die Ausstellung erhalten.
Fünf Beamte wurden bereits zu "strategischen Paten" ausgebildet, die die Initiative begleiten. Sie organisieren Besuche von Ausstellungen, Gastvorträge und Exkursionen zu historischen Stätten, die mit NS-Verbrechen verbunden sind. Das Programm ist Teil des übergeordneten Projekts "Strategische Patenschaften für Demokratie und Toleranz" der Polizei, das demokratische Werte und interkulturellen Austausch innerhalb der Behörde stärken soll.
Polizepräsident Udo Vogel betonte die Bedeutung solcher Besuche für die politische Bildung: "Die Auseinandersetzung mit diesen Orten macht deutlich, wohin es führt, wenn der Rechtsstaat ausgehebelt wird." Professorin Schön Hagen dankte der Polizei für ihr Engagement und bezeichnete die Zusammenarbeit als "wichtigen Schritt, um das Gedenken an die Ausstellung Feld X lebendig zu halten".
Die Partnerschaft sieht kontinuierliche Schulungen und Bildungsangebote für Polizeimitglieder vor. Durch Ausstellungen, Vorträge und Ortsbegehungen setzen sich die Beamten direkt mit der Geschichte der NS-Verfolgung auseinander. Die Initiative unterstreicht die Rolle der Polizei bei der Bewahrung von Demokratie und Toleranz durch historisches Bewusstsein.






