Kult-Fischrestaurant in Berlin droht nach 30 Jahren das Aus – und die Nachbarschaft trauert
Sepp KraushaarKult-Fischrestaurant in Berlin droht nach 30 Jahren das Aus – und die Nachbarschaft trauert
Beliebtes türkisches Fischrestaurant in Berlin soll nach über 30 Jahren schließen
Die Ergün's Fischbude, versteckt unter den historischen S-Bahn-Bögen im Westen der Stadt, muss ihre Türen schließen, nachdem die Deutsche Bahn den Mietvertrag nicht verlängert hat. Die Nachricht löst bei Anwohnern Bestürzung aus – für viele ist der Verlust ein weiterer Schlag gegen kleine Betriebe und ein schwindendes Stück Berliner Geschichte.
Ergün Amca, der Gründer des Restaurants, kam als Gastarbeiter nach Deutschland, bevor er das Lokal 1992 eröffnete. Aus bescheidenen Anfängen schuf er einen Ort, der für frischen Fisch und eine herzliche Atmosphäre bekannt wurde. Jahrelang war die Fischbude eine Institution im Viertel – geöffnet dienstags bis samstags von 16 bis 21 Uhr und sonntags sowie montags bis 22 Uhr.
Warum der Mietvertrag nicht verlängert wurde, blieb unklar. Managerin Mine Centinbas vermutet jedoch, dass Brandschutzbedenken eine Rolle spielen könnten. Die Deutsche Bahn hat keinen konkreten Schließungstermin genannt, was Mitarbeiter und Stammgäste in Unsicherheit zurücklässt. Als Reaktion haben die Besitzer eine Spendenkampagne gestartet, um das Restaurant zu retten – in der Hoffnung, dass die Unterstützung der Gemeinschaft die Türen offen hält.
Die Website des Restaurants, www.erguns-fischbude.de, bleibt online, während das Team um das Überleben des Betriebs kämpft. Zwar hat sich die Deutsche Bahn nicht zu ihrer allgemeinen Politik gegenüber kleinen Unternehmen in historischen Bahnhofsgebäuden geäußert, doch die drohende Schließung hat die Debatte über die Herausforderungen für langjährige lokale Betriebe neu entfacht.
Für viele Berliner bedeutet das mögliche Ende der Ergün's Fischbude das Aus einer Ära. Ohne Vertragsverlängerung hängt die Zukunft des Restaurants vom Erfolg der Spendenaktion ab. Bis dahin bleibt der Fokus darauf, einen Ort zu bewahren, der nicht nur kulinarisch, sondern auch als Symbol für die vielfältige Geschichte der Stadt stand.






