03 April 2026, 08:18

Brandenburger Agrivoltaik-Projekt wartet vergeblich auf Netzzugang wegen EU-Bürokratie

Liniengraph, der die Stromerzeugung aus Wind und Solar in Deutschland zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Brandenburger Agrivoltaik-Projekt wartet vergeblich auf Netzzugang wegen EU-Bürokratie

Agrivoltaik-Anlage in Südbrandenburg bleibt wegen regulatorischer Verzögerungen vom Netz getrennt

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Eine neue Agrivoltaik-Anlage im Süden Brandenburgs kann aufgrund von behördlichen Verzögerungen nicht ans Netz gehen. Das von Energeno entwickelte Projekt sollte eigentlich bis Ende 2024 in Betrieb genommen werden, doch nun herrscht Ungewissheit. Der Stillstand hängt mit der noch ausstehenden Genehmigung des Solarpakets 1 durch die Europäische Kommission zusammen, das höhere Einspeisevergütungen für Erneuerbare-Energien-Anlagen vorsieht.

Energeno hatte die fast ein Megawatt starke Agrivoltaik-Anlage mit der Erwartung fertiggestellt, Strom ins Netz einspeisen zu können. Bei den aktuellen Tarifen hätte die Anlage in der ersten Jahreshälfte etwa 465.000 Kilowattstunden erzeugen und damit rund 35.000 Euro erwirtschaften können. Mit dem vorgeschlagenen Aufschlag von 2,5 Cent für Agrivoltaik-Systeme wären die Einnahmen auf fast 45.000 Euro gestiegen.

Die Europäische Kommission hat jedoch noch keinen Zeitplan für ihre Entscheidung bekannt gegeben. Sie behält sich vor, die höheren Tarife rückwirkend zu gewähren oder erst ab dem Beschlussdatum anzuwenden. Gleichzeitig verweist die Kommission auf das Bundeswirtschaftsministerium als Verursacher der Verzögerung.

Weitere Hürden könnten durch das Solar-Spitzenlasten-Gesetz entstehen, das die Gewinne in Phasen negativer Großhandelspreise für Strom schmälern könnte. Lukas Bühler, Vorstandsmitglied bei Energeno, kritisiert, dass der aktuelle Technologiebonus Agrivoltaik-Projekte nicht wirtschaftlich tragfähig mache. Das Unternehmen wartet nun auf das grünes Licht aus Brüssel, bevor es die Anlage ans Netz anschließen kann.

Ähnliche Verzögerungen könnten auch andere Erneuerbare-Energien-Projekte treffen, wobei unklar ist, wie viele Bürgerenergiegenossenschaften oder vergleichbare Initiativen betroffen sind. Ohne die Zustimmung der Europäischen Kommission bleibt Energenos Anlage vorerst offline – und entgeht so möglichen Einnahmen. Die Entscheidung über die höheren Tarife wird darüber entscheiden, ob das Projekt und ähnliche Vorhaben profitabel betrieben werden können. Bis dahin müssen das Unternehmen und seine Investoren mit anhaltender Unsicherheit leben.

Quelle