Berliner Mieterstrom-Projekt setzt auf virtuelle Messtechnik für nachhaltige Energieversorgung
Sepp KraushaarBerliner Mieterstrom-Projekt setzt auf virtuelle Messtechnik für nachhaltige Energieversorgung
Großes Mieterstrom-Projekt in Berlin: Virtuelle Messtechnik revolutioniert Energieversorgung in Wohnungsgenossenschaften
In Berlin läuft derzeit ein wegweisendes Mieterstrom-Projekt an, das die Energieversorgung in Wohnungsgenossenschaften grundlegend verändern soll. Federführend ist das Unternehmen Metergrid, das in drei Genossenschaften – WBG Treptow Nord, Johannisthal und Berliner Bär – eine Gesamtleistung von 4,7 Megawatt installiert. Das Vorhaben stellt die bisher größte Umsetzung dieser Art unter einem virtuellen Messsystem dar.
Das Projekt setzt auf ein virtuelles Sammelmessmodell, das in diesem Umfang erstmals in Wohngebäuden zum Einsatz kommt. Statt herkömmlicher physischer Zähler erhalten alle Messpunkte in den Liegenschaften intelligente Stromzähler. Diese erfassen Stromerzeugung und -verbrauch in präzisen 15-Minuten-Intervallen.
Die gesammelten Daten werden digital aggregiert und ausgeglichen, wodurch sperrige physische Sammelzähler überflüssig werden. Dieses Vorgehen vereinfacht die Abläufe considerably – insbesondere in komplexen Mieterstrom-Konstellationen. Als Generalunternehmer zeichnet Calor Energy für die Projektumsetzung verantwortlich, während Metiundo die Messbetrieb führt.
Julian Schulz, Gründer von Metergrid, erläuterte die Vision hinter der Initiative: Man wolle "nachhaltiges Wohnen durch innovative Energielösungen neu definieren und für alle Mieter zugänglich machen". Das Unternehmen koordiniert das Projekt mit Beratungsunterstützung durch Aurelio Venture.
Aktuell gibt es kein vergleichbar großes Vorhaben für Wohngebäude mit virtuellem Messsystem. Die Flexibilität des Modells macht es besonders attraktiv für große, mehrteilige Wohnanlagen, in denen herkömmliche Messtechnik aufwendig wäre.
Das Berliner Projekt dient als Pilot für virtuelle Messtechnik in Mieterstrommodellen. Durch den Verzicht auf physische Sammelzähler soll die Energieverwaltung für Wohnungsgenossenschaften deutlich einfacher werden. Bei Erfolg könnte das Modell den Weg für eine breitere Einführung in ähnlichen Projekten bundesweit ebnen.






