25 March 2026, 02:18

Wärmewende in Baden-Württemberg: Wie der Ausstieg aus Öl und Gas gelingt – oder scheitert

Tortendiagramm, das den globalen erneuerbaren Energieverbrauch im Jahr 2008 zeigt, unterteilt in Abschnitte für fossile Brennstoffe, Kernenergie, Wasserkraft, Heißwasserheizung, Biomasse, Solarenergie, Geothermie und Biokraftstoffe.

Wärmewende in Baden-Württemberg: Wie der Ausstieg aus Öl und Gas gelingt – oder scheitert

Eine neue Untersuchung befasst sich damit, wie sich der Umstieg von fossilen Brennstoffen auf die tägliche Heizpraxis der Menschen auswirkt. Der SWR und CORRECTIV haben sich zusammengeschlossen, um Erfahrungen von Bürgerinnen und Bürgern aus ganz Baden-Württemberg zu sammeln. Das Projekt nutzt Umfragen, Pop-up-Veranstaltungen und direkte Berichterstattung, um die Herausforderungen und Realitäten der Wärmewende zu beleuchten.

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Aktuell basieren noch über 73 Prozent der Heizungen in der Region auf Öl und Gas. Um die Klimaziele bis 2040 zu erreichen, muss dieser Anteil jedoch auf null sinken – was Fragen zu Kosten, Personal und Planung für Kommunen wie Anwohner gleichermaßen aufwirft. Die Landesregierung hat kürzlich ihr Förderprogramm Klimaschutz-Plus für Kommunen aktualisiert, das vom Umweltministerium finanziert wird. Es besteht aus zwei Teilen: einem Landesbonus für Bundeszuschüsse zur Sanierung öffentlicher Gebäude wie Schulen sowie Mitteln für strategische Maßnahmen, etwa Treibhausgasbilanzen, Energiemanagement und Bürgerbeteiligung. Die Anträge werden nach dem Windhundprinzip bearbeitet.

Trotz dieser Unterstützung zeigt eine aktuelle Umfrage erhebliche Hindernisse auf: Neun von zehn Kommunen nannten fehlende Finanzmittel als größtes Problem. Zwei Drittel gaben an, mehr Personal zu benötigen, während 88 Prozent klarere rechtliche Vorgaben für eine effektive Planung forderten. Die Landesenergieagentur KEA-BW hat zudem eine Studie zur Finanzierung von Fernwärme veröffentlicht, inklusive eines praktischen Excel-Tools für die Kommunen.

Ab Mitte September sammelt die Plattform CrowdNewsroom persönliche Geschichten und Fragen zum Umstieg. Parallel läuft eine Online-Umfrage unter dem Titel Druck im System: Wie betrifft mich die Wärmewende?. Im Oktober und November öffnen dann Pop-up-Studios in Stuttgart (14.–22. Oktober), Vaihingen an der Enz (28.–31. Oktober) und Lörrach (4.–8. November), um Diskussionen zu führen und Informationen auszutauschen.

Ziel der Untersuchung ist es, sowohl Fortschritte als auch Schwierigkeiten beim Ausstieg aus fossilen Heizsystemen aufzuzeigen. Da die meisten Kommunen noch immer von Öl und Gas abhängig sind, könnten die Ergebnisse künftige Politiken und Fördermaßnahmen prägen. Die Auswertungen der Umfragen und Veranstaltungen werden in den kommenden Monaten veröffentlicht.

Quelle