Traditionsunternehmen Wehrle-Werk AG meldet überraschend Insolvenz an
Hiltrud JockelTraditionsunternehmen Wehrle-Werk AG meldet überraschend Insolvenz an
Wehrle-Werk AG meldet Insolvenz an
Die Wehrle-Werk AG, ein traditionsreiches Familienunternehmen mit Sitz in Emmendingen (Baden-Württemberg), hat Insolvenz angemeldet. Das für seine Umwelttechnik-Systeme bekannte Unternehmen reichte den Antrag am 25. August beim Amtsgericht Freiburg ein. Ein drastischer Auftragsrückgang und finanzielle Belastungen haben das 164 Jahre alte Unternehmen in diese schwierige Lage gebracht.
Trotz der Krise erhalten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vorerst weiter ihr Gehalt – gesichert durch Insolvenzgeld –, während das Unternehmen nach Wegen sucht, den Betrieb zu stabilisieren.
Gegründet 1860, spezialisierte sich die Wehrle-Werk AG auf die Entwicklung von Anlagen für Umweltanwendungen, etwa für die thermische Abfallverwertung oder die Klärschlammverbrennung. Zudem fertigt das Unternehmen Großkomponenten für Maschinen- und Anlagenbauer. Seit 2021 sieht es sich jedoch zunehmendem Wettbewerb durch internationale Konzerne und chinesische Hersteller im Bereich der Umwelttechnik ausgesetzt.
Mit Innovationen in den Bereichen Membranfiltration und biologische Behandlungsverfahren konnte das Unternehmen seine Marktposition zunächst halten. Doch die finanziellen Probleme verschärften sich. Am 11. Mai 2024 verschlimmerte ein Cyberangriff auf die Produktions- und Kommunikationssysteme die Lage zusätzlich. Da keine aktuellen Finanzdaten öffentlich verfügbar sind, bleibt das volle Ausmaß der Herausforderungen unklar.
Der Rechtsanwalt Marc-Philippe Hornung wurde nun zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Gemeinsam mit der Unternehmensführung prüft er Sanierungsoptionen, um die Zukunft des zu 100 Prozent in Familienbesitz befindlichen Betriebs zu sichern. Wichtig: Von den Insolvenzverfahren sind keine Tochtergesellschaften der Wehrle-Werk AG betroffen.
Das weitere Verfahren wird zeigen, ob sich das Unternehmen von den finanziellen Schwierigkeiten erholen kann. Die Belegschaft erhält während dieser Phase weiterhin Löhne – abgesichert durch staatliches Insolvenzgeld. Die nächsten Schritte hängen vom Erfolg der Restrukturierungsbemühungen und der Marktentwicklung in den kommenden Monaten ab.






