02 April 2026, 14:18

Thüringer Pilotprojekt kämpft gegen digitale sexualisierte Gewalt bei Jugendlichen

Eine Karte von Australien, die Staaten mit unterschiedlichen Prozentzahlen von Minderjährigen in Rot hervorhebt, begleitet von Texten über einvernehmlichen Sex und die Registrierung von Sexualstraftätern.

Thüringer Pilotprojekt kämpft gegen digitale sexualisierte Gewalt bei Jugendlichen

Ein kürzlich durchgeführtes Pilotprojekt in Thüringen hat das wachsende Problem digitaler sexualisierter Gewalt unter Jugendlichen in den Fokus gerückt. Fast zwei Drittel der 14- bis 25-Jährigen in Deutschland gaben 2025 an, bereits Online-Missbrauch erlebt zu haben – nahezu jeder Vierte war von Cybergrooming betroffen. Das vom Landesjugendamt geförderte Projekt setzte auf Aufklärungsworkshops an Schulen, um der Entwicklung entgegenzuwirken.

Yasmina Ramdani leitete über drei Jahre hinweg Präventionsworkshops in ganz Thüringen und erreichte dabei rund 5.000 Schülerinnen und Schüler der fünften bis achten Klassen. Mit Methoden wie Bingospielen wurden Erfahrungen mit digitaler Gewalt thematisiert und zentrale Begriffe erklärt. Viele Grenzverletzungen geschehen im Freundeskreis oder in Klassenchats – oft aus Naivität und Unwissenheit über die Folgen.

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Lehrkräfte erkennen zwar die Dringlichkeit des Themas, fühlen sich aber häufig überfordert. Studien nennen als Hauptgründe den leichten Internetzugang, der Cybergrooming begünstigt, Taten innerhalb der Peer-Group (meist von Jungen ausgehend) sowie mangelnde Aufsicht durch Erwachsene. Leichtfertiges Teilen von Bildern durch Jugendliche erhöht das Risiko zusätzlich.

Das Projekt entstand vor dem Hintergrund wachsender öffentlicher Aufmerksamkeit für digitale Gewalt, etwa durch die Vorwürfe von Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen. Fachleute betonen, dass Prävention langfristig günstiger ist als die Bewältigung der Folgen solcher Übergriffe. Auch Eltern werden dazu aufgerufen, das eigene Verhalten zu reflektieren und klare Regeln für ihre Kinder aufzustellen.

Das Thüringer Pilotprojekt war bundesweit das erste seiner Art und reagierte auf den deutlichen Anstieg sexualisierter Online-Gewalt. Angesichts der Tatsache, dass 64 Prozent der Jugendlichen betroffen sind, zielten die Workshops darauf ab, Schülerinnen und Schüler frühzeitig zu sensibilisieren – bevor Schaden entsteht. Die Ergebnisse zeigen: Frühzeitige Intervention und Begleitung durch Erwachsene sind entscheidend, um Risiken zu minimieren.

Quelle