Steffi: Wie die DDR-Puppe zur Kultfigur und sozialistischem Symbol wurde
Vladimir DöhnModepuppe Steffi: Die Barbie des Sozialismus wird 60 - Steffi: Wie die DDR-Puppe zur Kultfigur und sozialistischem Symbol wurde
1966 brachte die DDR Steffi auf den Markt – eine Modepuppe, die speziell für Jugendliche entworfen wurde. Als Antwort auf westliche Puppen wie Barbie und Petra entwickelte sie sich schnell zu einem kulturellen Symbol. Hergestellt wurde sie in Waltershausen, einer Stadt mit langer Tradition in der Puppenherstellung.
Entworfen wurde Steffi von Margot Schmied, die sie nach ihrer eigenen Tochter benannte – ähnlich wie Ruth Handler es bei Barbie tat. Ihr Aussehen spiegelte sozialistische Ideale wider: mit einer kräftigeren Statur und einem erwachseneren, weniger glamourösen Look. Make-up und Frisur folgten zwar den Trends der 1960er-Jahre, doch ihr Gesichtsausdruck wirkte strenger und weniger verspielt als der von Barbie.
Gefertigt in den staatlichen VEB Puppenwerken Biggi, kostete Steffi 16 Mark der DDR – ein Luxusartikel. Sie wurde weltweit exportiert und oft an ausländische Würdenträger verschenkt, was dem Land wertvolle Devisen einbrachte. Anders als Barbie gab es Steffi bereits früh in verschiedenen Hauttönen, was eine größere ethnische Vielfalt bot.
Zwischen 1980 und 1984 brachte Playmobil offiziell Steffi-Puppen mit zwölf berufsbezogenen Outfits auf den Markt, darunter Ärztin, Krankenschwester, Polizistin, Feuerwehrfrau, Lehrerin und Bauarbeiterin. Diese Sets unterstrichen die Vorstellung von Frauen in Berufsrollen und entsprachen damit den sozialistischen Werten.
Heute erzielen originale Steffi-Puppen je nach Zustand und Ausstattung Preise zwischen 20 und 200 Euro. Die moderne Steffi LOVE der Simba-Dickie-Gruppe hat keine Verbindung zur DDR-Variante.
Steffi bleibt ein nostalgisches Symbol der DDR-Kultur und des Designs. Ihre vielfältigen Outfits und die frühe ethnische Repräsentation heben sie von westlichen Konkurrentinnen ab. Sammler schätzen sie heute als historisches Stück – die Preise variieren je nach Seltenheit und Erhaltungszustand.