Sondierungsgespräche in Baden-Württemberg: CDU und Grüne zwischen Eiszeit und Machtpoker
Hiltrud JockelSondierungsgespräche in Baden-Württemberg: CDU und Grüne zwischen Eiszeit und Machtpoker
Zwei Wochen nach der Wahl bleibt die Spannung zwischen CDU und Grünen in Baden-Württemberg hoch. Erste Sondierungsgespräche haben begonnen, doch die Stimmung ist angespannt. Beide Seiten trafen sich bei ihrem jüngsten Treffen aus unterschiedlichen Richtungen – ein Symbol für die tiefe Kluft zwischen ihnen.
Die CDU gibt sich in den Verhandlungen als geschädigte Partei. Vertreter der Union werfen den Grünen vor, im Wahlkampf eine Diffamierungskampagne gegen sie geführt zu haben, die ihrer Kampagne geschadet habe. Mit dieser Haltung drängt die CDU auf weitere Zugeständnisse, darunter einen größeren Anteil an Ministerien.
Die Grünen hingegen hatten eine kleine Geste vorbereitet: Getränke und Brezeln mit Butter am Verhandlungsort. Doch die Atmosphäre blieb eisig. CDU-Landeschef Thomas Strobl kritisierte vor dem Treffen öffentlich Journalisten, bevor ihn der grüne Co-Vorsitzende Manuel Hagel rügte. Strobl zog zudem eine Trennlinie zwischen den "Kretschmann-Grünen" und den "Özdemir-Grünen" – eine Anspielung darauf, dass Letztere weniger verlässlich seien.
Hagel selbst ist seit der Wahl Ziel von Hassnachrichten in sozialen Medien. Beleidigungen und Drohungen verschärfen die ohnehin angespannte Lage. Da die CDU mehr Kabinettsposten fordert, könnte die Stimme des Ministerpräsidenten bei Patt-Situationen den Ausschlag geben.
Trotz der Reibereien haben beide Parteien die Sondierungsgespräche aufgenommen. Doch die CDU-Strategie, sich als benachteiligt darzustellen, erhöht den Druck auf eine mögliche Einigung.
Die Verhandlungen gehen unter spürbarer Belastung weiter. Die Forderungen der CDU nach mehr Ministerien und ihre Vorwürfe unfairer Behandlung prägen die Gespräche. Ob es zu einer Einigung kommt, hängt davon ab, ob beide Seiten die aktuelle Feindseligkeit überwinden können.






