"Scientology-Speedrun"-Trend auf TikTok: Junge stürmen Sekten-Gebäude in Berlin
Sepp Kraushaar"Scientology-Speedrun"-Trend auf TikTok: Junge stürmen Sekten-Gebäude in Berlin
TikTok-Trend „Scientology-Speedrun“ erreicht Deutschland – junge Teilnehmer stürmen Kirchen der Sekte
Ein TikTok-Trend namens „Scientology-Speedrun“ hat Deutschland erreicht: Junge Teilnehmer dringen in Gebäude der Scientology-Kirche ein und behandeln Sicherheitskräfte dabei wie Hindernisse in einem Computerspiel. Der erste bekannte Vorfall in Deutschland ereignete sich Anfang Mai in einem Berliner Zentrum der Organisation.
Auslöser des Trends war eine in Berlin ansässige Bloggerin, die online unter @larahertha bekannt ist. Sie organisierte einen solchen „Speedrun“ in der Scientology-Kirche in Charlottenburg – mit Alufolie-Hut und einem Schild mit der Aufschrift „Wir kommen in Frieden“, obwohl sie die Organisation öffentlich als „sehr problematisch“ kritisiert hatte. Die Polizei rückte an und warnte die Beteiligten, dass unberechtigtes Betreten nach deutschem Recht mit Bußgeldern oder sogar bis zu einem Jahr Haft bestraft werden könne.
Scientology, das in Deutschland etwa 3.600 Mitglieder zählt, wirbt mit der Verbreitung seiner Lehren und dem Ziel, durch seine Methoden einen „Clear“ – einen „vollendeten Menschen“ – zu erschaffen. Beim TikTok-Trend werden die Stockwerke der Kirchen wie Spiellevel behandelt, Sicherheitskräfte gelten als „NPCs“ (nicht spielbare Charaktere). Einige US-Zweige der Organisation haben bereits ihre Sicherheitsvorkehrungen verschärft, nachdem es dort zu ähnlichen Vorfällen gekommen war.
Unter dem Post von @larahertha kündigen Nutzer bereits das nächste Ziel an: das Bundestagsgebäude in Berlin.
Der Trend zwingt Scientology-Zentren zu verstärkten Sicherheitsmaßnahmen, während deutsche Behörden auf rechtliche Konsequenzen hinweisen. Dennoch planen Teilnehmer weitere „Speedruns“ – nun werden auch andere öffentliche Gebäude als mögliche Schauplätze in Betracht gezogen. Mit Polizeipräsenz bei künftigen Aktionen ist zu rechnen.






