22 April 2026, 06:36

SAP-Kunden zahlen plötzlich mehr für LkSG-Compliance – was steckt dahinter?

Eine Gruppe von Menschen in Uniformen und Hüten steht vor einem Banner, mit Text oben und unten, der besagt, dass das SAP-Rankingsystem am 1. April 2010 eingeführt wurde.

SAP-Kunden zahlen plötzlich mehr für LkSG-Compliance – was steckt dahinter?

Deutschlands Lieferketten-Sorgfaltspflichtengesetz (LkSG) trat im Januar 2023 in Kraft und stellt Unternehmen vor neue rechtliche Herausforderungen. Betriebe müssen nun sicherstellen, dass ihre Enterprise-Resource-Planning(ERP)-Systeme strenge Compliance-Vorgaben erfüllen – andernfalls drohen empfindliche Strafen. SAP, einer der führenden ERP-Anbieter, hat seine Unterstützung für diese Anforderungen umgestellt, was bei einigen Kunden zu unerwarteten Zusatzkosten führt.

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Ursprünglich galt das LkSG für Unternehmen mit mehr als 3.000 Beschäftigten, doch ab 2024 wird es auf alle Firmen mit mindestens 1.000 Mitarbeitenden ausgeweitet. Zu den zentralen Pflichten gehören der Aufbau eines Risikomanagementsystems sowie umfassende Risikoanalysen. Bisher hatte SAP Kunden SAP Information Lifecycle Management (ILM) kostenlos zur Verfügung gestellt, um die Einhaltung der EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) in SAP-Umgebungen zu erleichtern.

Nun verweist SAP die Nutzer auf Lösungen wie Ariba Risk Management, um die LkSG-Anforderungen zu erfüllen. Anders als das frühere DSGVO-Tool erfordern diese neuen Optionen separate Lizenzen und sind mit erheblichem Implementierungs- und Wartungsaufwand verbunden. Dana Rösiger, Sprecherin von SAP, bestätigte, dass die Erfüllung der LkSG-Berichtspflichten durch SAP Supplier Management-Produkte aus der Ariba-Palette unterstützt wird – und nicht über die SAP Business Suite. Nur für bestehende Kunden dieser Produkte sei die Nutzung kostenneutral.

SAP empfiehlt Ariba Supplier Lifecycle and Performance als Grundlösung für ein konsistentes Management von Stammdaten zu Lieferanten. Das Unternehmen betont jedoch, dass dies keine Verpflichtung sei. Thomas Henzler, Vorstandsmitglied für Lizenzen, Service und Support bei der Deutschsprachigen SAP-Anwendervereinigung (DSAG), kritisiert den Schritt scharf. Seiner Meinung nach werden Kunden gezwungen, für zusätzliche Lösungen extra zu zahlen, nur um grundlegende gesetzliche Vorgaben zu erfüllen.

Die Umstellung bedeutet, dass Unternehmen, die auf SAP setzen, nun prüfen müssen, ob sie neue, kostenpflichtige Lösungen für die LkSG-Compliance einführen. Wer keine bestehenden Ariba-Verträge hat, könnte mit höheren Kosten und Implementierungshürden konfrontiert sein. Der Wandel unterstreicht die wachsende Komplexität der regulatorischen Compliance in ERP-Systemen.

Quelle