27 March 2026, 02:18

Regionalverkehr in Südwestdeutschland: Leichte Besserung, aber noch viel Luft nach oben

Detailierte alte Karte von Baden-Württemberg, Deutschland, mit Text oben und unten, die Straßen, Städte und geografische Merkmale zeigt.

Regionalverkehr in Südwestdeutschland: Leichte Besserung, aber noch viel Luft nach oben

Regionalverkehr in Südwestdeutschland zeigt leichte Besserung – Gesamtqualität bleibt jedoch niedrig

Im Spätherbst 2024 verzeichneten die Regionalbahnen in Südwestdeutschland leichte Fortschritte, doch die Servicequalität blieb insgesamt auf niedrigem Niveau. Wie die aktuelle Bewertung zeigt, erreichten nur zehn der 33 Netze mehr als 50 von 100 möglichen Punkten. Während einige Strecken gut abschnitten, kämpften andere weiterhin mit Verspätungen, Sauberkeit und zufriedenstellendem Service für die Fahrgäste.

Die beste Bewertung erhielt die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) auf der Strecke des Klettgau-Netzes zwischen Erzingen und Schaffhausen mit 91,9 Punkten. Den zweiten Platz belegte die Schwäbische Alb-Bahn für ihre Verbindungen Amstetten–Gerstetten und Ulm–Schelklingen–Gammertingen mit 89,1 Punkten. Die SBB sicherte sich zudem den dritten Rang auf der Linie Schaffhausen–Singen mit 86,9 Punkten.

Den größten Sprung nach vorn machte die Bodensee-Bahn: Betreiber DB Regio steigerte seine Punktzahl um 36 Zähler und verbesserte sich damit vom vorletzten Platz Ende 2023 auf Rang 10 in der aktuellen Wertung. Das von DB Regio betriebene Hochrhein-Netz blieb jedoch mit nur 6,8 Punkten Schlusslicht, gefolgt von der Murrbahn der Arverio (12,6 Punkte) und dem Franken/Enz-Netz (21,9 Punkte).

Fahrgäste kritisierten vor allem die nachlassende Sauberkeit in den Zügen, während Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Sitzplatzangebot leicht zulegten. Die durchschnittliche Gesamtbewertung stieg minimal von 44,6 auf 45,4 Punkte – ein leichter Aufwärtstrend nach dem Tiefstand Ende 2022, als der Schnitt bei nur 36,7 Punkten gelegen hatte.

In Baden-Württemberg legten die Regionalzüge im zweiten Halbjahr 2024 mit 92 Millionen Kilometern eine Rekorddistanz zurück. Zudem wurden 358 neue, umweltfreundliche Züge in Betrieb genommen. Auf 85 Prozent der Strecken fuhr die Bahn im Stundentakt, und die Fahrgastzufriedenheit lag laut einer Umfrage vom März 2026 bei 55,6 Prozent. Bundeseitig zahlte die Deutsche Bahn 2025 mit 156 Millionen Euro weniger Entschädigungen als im Vorjahr (197 Millionen Euro) – unter anderem wegen weniger Streiks.

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Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) zeigte sich unzufrieden mit dem aktuellen Zustand des Regionalverkehrs. Er betonte, dass Pünktlichkeit und eine kundenorientierte Ausrichtung weiterhin absolute Priorität hätten.

Trotz leichter Fortschritte bei Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit steht der Regionalverkehr in Südwestdeutschland weiterhin vor großen Herausforderungen. Die aktuellen Zahlen zeichnen ein gemischtes Bild: Einige Strecken glänzen mit Spitzenleistungen, doch viele Netze erfüllen die Erwartungen der Fahrgäste nicht. Um die Servicequalität nachhaltig zu verbessern, müssen Politik und Bahnunternehmen die anhaltenden Probleme gezielt angehen.

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