Baden-Württemberg stärkt Sicherheits- und Verteidigungspolitik mit hochrangigem Runden Tisch
Vladimir DöhnBaden-Württemberg stärkt Sicherheits- und Verteidigungspolitik mit hochrangigem Runden Tisch
Die Landesregierung von Baden-Württemberg veranstaltete am 28. Mai 2025 in Stuttgart einen hochrangigen Runden Tisch zum Thema Sicherheit und Verteidigung. Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Forschung kamen zusammen, um über die Herausforderungen und Chancen des Sektors zu diskutieren. Die Veranstaltung unterstrich die wachsende Bedeutung der Region für die europäischen Verteidigungsfähigkeiten angesichts steigender Sicherheitsrisiken.
Ministerpräsident Winfried Kretschmann eröffnete die Konferenz mit einem Appell für mehr militärische Eigenständigkeit in Europa. Er warnte, dass die Abhängigkeit von externen Partnern den Kontinent in einem zunehmend instabilen geopolitischen Umfeld verwundbar mache.
Innenminister Thomas Strobl schlug Alarm wegen der anhaltenden Aktivitäten Russlands in Deutschland. Er verwies auf Belege für Sabotage, Spionage und Desinformationskampagnen, die darauf abzielten, das Land zu destabilisieren. Seine Aussagen betonten die Dringlichkeit, die inneren Abwehrkräfte zu stärken.
Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Wirtschaftsministerin, hob die industrielle Stärke Baden-Württembergs als zentrales Element der nationalen Sicherheit hervor. Die breite technologische Basis des Landes – insbesondere in der Luft- und Raumfahrt – trage bereits sowohl zivilen als auch militärischen Anwendungen Rechnung. Sie wies darauf hin, dass aufstrebende Bereiche wie Quantencomputing und künstliche Intelligenz mittlerweile entscheidend für die Zukunft des Sektors seien.
Wissenschaftsministerin Petra Olschowski betonte, dass Forschung und Innovation unverzichtbar seien, um die Demokratie zu schützen. Sie stellte das Landesprogramm Invest BW vor, das derzeit Anträge für Projekte im Bereich Sicherheit und Verteidigung entgegennimmt. Ein Förderaufruf wurde am 8. Mai 2025 veröffentlicht und richtet sich an Unternehmen und Institutionen, die in diesem Feld tätig sind.
Im Rahmen der Diskussion wurden auch bestehende Initiativen vorgestellt, darunter das SIPGO-Programm mit seinem Cluster 3, das 100 Millionen Euro für verteidigungstechnische Vorhaben bereitstellt. Beispiele sind die Arbeit von Heidelberger Druck an Abwehrsystemen gegen Drohnen sowie die Expansion von Hensoldt Optronics im Bereich Optronik, unterstützt durch Forschungspartner wie das Fraunhofer IOSB und die Hochschule Aalen.
Der Runde Tisch festigte Baden-Württembergs Rolle als zentraler Standort für Deutschlands Sicherheits- und Verteidigungsindustrie. Mit laufenden Fördermöglichkeiten und einem Fokus auf Spitzentechnologie strebt das Land an, die Widerstandsfähigkeit auf nationaler und europäischer Ebene zu stärken. Die Verantwortlichen machten deutlich, dass die Zusammenarbeit zwischen Regierung, Wirtschaft und Forschung in den kommenden Monaten Priorität behalten werde.






