"Reclaim the Night" in Berlin: Tausende protestieren gegen Hass und Rassismus vor dem 1. Mai
Hiltrud Jockel"Reclaim the Night" in Berlin: Tausende protestieren gegen Hass und Rassismus vor dem 1. Mai
Über 2.000 Menschen gingen am Donnerstag in Berlin-Kreuzberg bei der jährlichen Frauendemonstration vor dem 1. Mai auf die Straße. Die unter dem Motto "Reclaim the Night" stehende Veranstaltung war von einer angespannten Stimmung geprägt, als die Teilnehmenden gegen Rassismus, Queerfeindlichkeit und Frauenhass protestierten. Die Polizei meldete vereinzelte Auseinandersetzungen und leichte Sachbeschädigungen während des Demonstrationszugs.
Die Kundgebung startete am Kottbusser Damm, zog sich durch das Viertel und endete auf der Köpenicker Straße. Die Organisator:innen hatten zwar ein spätabendliches Ende geplant, beendeten die Veranstaltung jedoch etwa zehn Minuten früher als vorgesehen. Die Polizei schätzte die Zahl der Teilnehmenden auf rund 2.600 Personen.
Die Stimmung blieb sichtbar aufgeladen, als in mehreren Vorfällen Feuerwerkskörper gezündet wurden. Auch wurden Gegenstände auf Polizist:innen geworfen, allerdings gab es keine schweren Verletzungen. Eine Person wurde festgenommen, weil sie angeblich eine Beamtin beleidigt haben soll.
Die Behörden verzeichneten vier Fälle von Sachbeschädigung, darunter Vandalismus an Privatfahrzeugen und Polizeifahrzeugen. Rund 1.800 Einsatzkräfte waren im gesamten Stadtgebiet im Einsatz – sowohl während der Demonstration als auch bei den anschließenden Feiern zur Walpurgisnacht.
In einer gemeinsamen Erklärung machten die Teilnehmenden ihre Haltung deutlich: "Es ist an der Zeit, unsere Wut zu bündeln und uns gegen rassistische, queerfeindliche und frauenverachtende Belästigung auf unseren Straßen zu wehren – und gegen die patriarchale Gesellschaft, die sie erst möglich macht. Wir weigern uns, uns anzupassen; stattdessen holen wir uns zurück, was uns rechtmäßig gehört."
Die Demonstration endete ohne größere Eskalationen, doch die Spannungen zwischen Demonstrant:innen und Polizei blieben spürbar. Die Organisator:innen bezeichneten das vorzeitige Ende als Vorsichtsmaßnahme. Die Behörden werden nun die Sachbeschädigungen und die eine Festnahme während der Veranstaltung auswerten.






