16 April 2026, 06:20

Rechtsextreme Gewalt gegen Zivilgesellschaft erreicht neuen traurigen Höhepunkt 2025

Große Gruppe von Menschen bei einer LGBTQ+-Rechtsdemo in Berlin, die Fahnen und Schilder halten, mit Gebäuden, einem Kran und bewölktem Himmel im Hintergrund.

Rechtsextreme Gewalt gegen Zivilgesellschaft erreicht neuen traurigen Höhepunkt 2025

Zivilgesellschaftliche Gruppen in ganz Deutschland sehen sich einer wachsenden Feindseligkeit von rechtsextremen Kräften ausgesetzt – die Angriffe werden häufiger und brutaler. Allein im Jahr 2025 verzeichneten Forscher 112 Vorfälle, im Schnitt fast einen alle drei Tage. Betroffen sind vor allem Nachbarschaftszentren, Jugendprojekte und LGBTQ+-Einrichtungen.

Eines der jüngsten Opfer ist Bastian Drumm, ein Sozialarbeiter aus Kusel in Rheinland-Pfalz. Sein Gemeinschaftszentrum, bekannt für die jährliche Veranstaltung "Keine Toleranz für Nazis", wird seit Wochen mit Hassbriefen, Todesdrohungen und rechtsextremer Propaganda überflutet.

Die Welle der Gewalt nimmt unterschiedliche Formen an: In Hannover wurde ein autonomes Jugendzentrum mit Buttersäure beschmiert – eine übelriechende Substanz, die häufig bei rechtsextremen Anschlägen eingesetzt wird. Das Rainbow Center in Cottbus hingegen fiel nur Tage vor den lokalen Christopher-Street-Day-Feierlichkeiten einem Brandanschlag zum Opfer.

Rechtsextreme Gruppen erhöhen zudem den politischen Druck. Die AfD-Fraktion in Riesa forderte etwa, dass alle Jugendlichen, die Angebote in Jugendzentren nutzen, namentlich und mit Adresse erfasst werden. Experten warnen, dass die AfD zwar oft Ziele markiert, andere extremistische Akteure die Drohungen aber schnell in körperliche Gewalt umsetzen.

Fast die Hälfte der dokumentierten Angriffe ereignete sich in Ostdeutschland, wo zivilgesellschaftliche Organisationen von anhaltender Einschüchterung berichten. Trotz der eskalierenden Bedrohung bleibt die bundesweite Unterstützung unbeständig. Familienministerin Karin Prien (CDU) kündigte kürzlich eine Umstrukturierung des Förderprogramms "Demokratie leben!" an – rund 200 Anti-Extremismus-Projekte bangt nun um ihre Zukunft.

Drumm appelliert an konservative Bürger und CDU-Mitglieder, sich sichtbar gegen Rechtsextremismus zu engagieren. Sein eigenes Zentrum bleibt ein häufiges Angriffsziel, doch er besteht darauf, die Arbeit gegen Extremismus fortzusetzen.

Die 112 erfassten Angriffe im Jahr 2025 unterstreichen die zunehmenden Risiken für die deutsche Zivilgesellschaft. Während rechtsextreme Feindseligkeit von Drohungen bis zu Brand- und Säureanschlägen reicht, arbeiten viele Projekte unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen. Die Zukunft staatlich geförderter Anti-Extremismus-Programme ist ungewiss – lokale Aktivist:innen müssen die Gewalt mit begrenzten Mitteln bekämpfen.

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