09 May 2026, 08:20

Pharmaverbände fordern von Warken klare Strategie gegen Wettbewerbsverlust

Plakat, das zeigt, dass Big Pharma 2022 Amerikaner zwei bis drei Mal so viel für dieselben Medikamente berechnet hat wie in anderen Ländern, mit Bildern von Medikamentenflaschen und einer Spritze.

Pharmaverbände fordern von Warken klare Strategie gegen Wettbewerbsverlust

Fünf Verbände der Pharma- und Biotechnologiebranche haben Bundesgesundheitsministerin Nina Warken in einem Schreiben zu dringendem Handeln aufgefordert. In dem Brief äußern sie Besorgnis über aktuelle politische Maßnahmen und fordern eine klarere Strategie, um Deutschlands Position in diesem Sektor zu stärken. Die Verbände warnen, dass die bisherigen Schritte die Wettbewerbsfähigkeit schwächen und den Zugang zu neuen Arzneimitteln gefährden könnten.

Kritik üben die Verbände insbesondere am kürzlich verabschiedeten GKV-Finanzstabilisierungsgesetz. Dieses habe in der Branche Verunsicherung ausgelöst, heißt es in dem Schreiben. Maßnahmen wie verschärfter Preisdruck auf patentgeschützte Medikamente und strengere mengenbasierte Preisregelungen würden mehr Schaden als Nutzen anrichten. Solche Sparmaßnahmen, so die Befürchtung, könnten Innovationen behindern und Patienten den Zugang zu fortschrittlichen Therapien erschweren.

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Zudem weisen die Verbände auf die wachsende Abhängigkeit Deutschlands von China bei der Versorgung mit essenziellen pharmazeutischen Wirkstoffen und Schlüsseltechnologien hin. Ohne entschlossenes Gegensteuern, so die Warnung, könnte die Fähigkeit des Landes, lebenswichtige Arzneimittel zu entwickeln und herzustellen, langfristig beeinträchtigt werden.

Obwohl die Verbände anerkennen, dass die Finanzierung des gesetzlichen Krankenversicherungssystems eine große Herausforderung bleibt, betonen sie die Notwendigkeit langfristiger Reformen. Sie verweisen darauf, dass sie bereits eigene Vorschläge zur Verbesserung der Branche eingereicht hätten, auf die es jedoch bisher keine offizielle Reaktion gebe. Nun sei ein klarer Fahrplan unerlässlich, um Stabilität und Planbarkeit zu gewährleisten.

Für die nächste Phase der Pharma-Strategie fordern die Verbände, alle relevanten Bundesministerien – einschließlich des Bundeskanzleramts – einzubinden. Nur durch abgestimmte Maßnahmen, so ihre Argumentation, könne Deutschland seine führende Rolle als Standort für Pharmazie und Biotechnologie behaupten.

Abschließend drängen die Verbände Ministerin Warken zu zügigen strukturellen Reformen, um die pharmazeutische Unabhängigkeit Deutschlands zu sichern. Ohne einen klar definierten Plan, so die Warnung, könnten die Innovationskraft und globale Wettbewerbsfähigkeit der Branche auf dem Spiel stehen. Nun warten die Verbände auf eine Stellungnahme, wie ihre Vorschläge aufgegriffen werden.

Quelle