Pflegereform: Wie Deutschland die wachsende Finanzlücke schließen will
Hans-Herbert ReinhardtPflegereform: Wie Deutschland die wachsende Finanzlücke schließen will
Deutschlands Pflegesystem steht unter wachsendem Finanzdruck
Die gesetzliche Pflegeversicherung deckt die Kosten für Langzeitpflege immer seltener vollständig ab – die Lücke wird größer. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken hat nun Reformvorschläge vorgelegt, um das Problem zu lösen.
Aktuell bleiben bei vielen Versicherten hohe Eigenanteile, da die Leistungen der sozialen Pflegeversicherung oft nicht ausreichen. Private Zusatzversicherungen wie Pflegekosten-, Pflegerenten- oder Tagegeldversicherungen sollen diese Differenz ausgleichen. Solche Policen decken die Differenz zwischen den tatsächlichen Pflegekosten und den staatlichen Zuschüssen ab.
Warkens Gesetzentwurf zielt darauf ab, das System zu entlasten, ohne die Kommunen mit zusätzlichen Kosten zu belasten. Ein zentraler Punkt ist die steuerliche Absetzbarkeit von Beiträgen zur privaten Pflegevorsorge – ähnlich wie bei der Altersvorsorge. Zudem sollen private Policen attraktiver gestaltet werden, um ihre Verbreitung zu fördern.
Die Reformen sollen die private Finanzierung der Pflege stärken. Falls sie verabschiedet werden, gäbe es stärkere Anreize, zusätzliche Absicherungen abzuschließen. Langfristig könnte dies die Belastung für das öffentliche Pflegesystem verringern.






