"Neue Generation" fordert mit Bürgerparlamenten radikale Demokratie-Reformen
Vladimir Döhn"Neue Generation" fordert mit Bürgerparlamenten radikale Demokratie-Reformen
Aktivistengruppe "Neue Generation" startet Bürgerdebatten als Herausforderung für die etablierte Politik
Die neue Aktivistengruppe Neue Generation hat eine Reihe lokaler Debatten ins Leben gerufen, um die traditionelle Politik herauszufordern. Bei ihrer ersten Veranstaltung, einem "Bürgerparlament" in Halle, standen Bildung und demokratische Reformen im Mittelpunkt. Die Bewegung will Räume für öffentliche Diskussionen schaffen – frei von dem, was sie als Lobbyeinfluss im Deutschen Bundestag bezeichnet.
Beim Treffen in Halle kamen Anwohner zusammen, um drängende Bildungsfragen zu erörtern. Die Teilnehmer forderten mehr Mittel für Schulen und Kitas statt Kürzungen im Haushalt. Vorgeschlagen wurde, Gelder aus den städtischen Sonderfonds für Infrastruktur und Klimaneutralität umzuschichten, um das Lernen zu stärken.
Die Neue Generation, die sich in der Tradition der inzwischen aufgelösten Letzten Generation sieht, präsentierte die Veranstaltung als Alternative zur etablierten Politik. Die Gruppe bezeichnete den Bundestag als "Lobbyparlament" und plädierte für mehr direkte demokratische Teilhabe. Langfristig strebt sie den Aufbau einer stabilen demokratischen Grundlage an – in einer Zeit, die sie als gesellschaftliche Krise begreift.
Das Hallenser Treffen ist der Auftakt zu einer Reihe von Veranstaltungen, die in einem bundesweiten "Offenen Bürgerparlament" im April 2026 gipfeln sollen. Zuvor wollen die Organisatoren ihre Ergebnisse mit Katharina Brederlow, der Bildungsdezernentin Halles, teilen. Die landesweiten Diskussionen werden sich auch mit übergeordneten Themen befassen, darunter die Frage: "Wie nah sind wir dem Faschismus? Die Gegenwart verstehen. Mut entwickeln. Gemeinsam handeln."
Die Veranstaltung markiert den Beginn einer Kampagne, die die öffentliche Debatte über Bildung und Demokratie neu prägen soll. In den kommenden Wochen werden die Organisatoren ihre Vorschläge lokalen Verantwortungsträgern vorlegen. Weitere regionale Bürgerparlamente sind geplant, bevor 2026 das bundesweite Treffen stattfindet.






