16 March 2026, 22:22

Mittelständische Zulieferer in Baden-Württemberg kämpfen um ihr Überleben

Bar chart showing the number of electric vehicles in the United States, with BMW's installed capacity increase noted.

Mittelständische Zulieferer in Baden-Württemberg kämpfen um ihr Überleben

Mittelständische Zulieferer in Baden-Württemberg kämpfen mit sinkenden Aufträgen, unberechenbaren Produktionsplänen und schwachen Investitionen in neue Technologien. Die Krise hat den Automotive Cluster der wvib Schwarzwald AG veranlasst, ein Positionspapier vorzulegen, in dem bessere Partnerschaften und klarere politische Weichenstellungen gefordert werden, um Arbeitsplätze und die Stabilität der Branche in der Region zu sichern.

Mit rund 8.619 Automobilunternehmen im Land sieht sich der Sektor 2025 mit einem drastischen Rückgang der Fahrzeug- und Teileexporte um 13,4 Prozent konfrontiert – zusätzlich zum erwarteten Verlust von 25.000 Industriearbeitsplätzen in diesem Jahr. Besonders betroffen sind die Standorte Stuttgart, Waiblingen und Karlsruhe, wo große Konzerne wie Mercedes-Benz, Porsche und Bosch ansässig sind. Hier häufen sich Insolvenzen bei Zulieferern, und die Produktion wird zurückgefahren.

Der Beirat des Automotive Clusters, unterstützt von 53 Unterzeichnern der wvib Schwarzwald AG, dringt auf dringende Reformen. Das Positionspapier betont, dass Markenhersteller ihren Zulieferern planbare und faire Partnerschaften bieten müssen. Ohne stabile Transformationsfahrpläne fällt es Unternehmen schwer, Ressourcen effizient einzusetzen – langfristige Planung wird nahezu unmöglich.

Unvorhersehbare Abrufpläne und schwankende Produktionsnachfragen bremsen Investitionen in Technologie, Personal und Infrastruktur aus. Die Zulieferer argumentieren, dass eine CO₂-Bepreisung Innovationen stärker vorantreiben könnte als Verbote oder Subventionen – durch marktbasierte Anreize statt störender Eingriffe.

Hanna Böhme, Geschäftsführerin der wvib Schwarzwald AG, unterstrich die Bedeutung von wettbewerbsfähigen Energiepreisen, beschleunigten Genehmigungsverfahren und einer gezielten Fachkräfterekrutierung. Mit der Kampagne "Deutschland kann mehr" fordert der Cluster die Politik auf, marktverzerrende Subventionen zu vermeiden und stattdessen auf faire Rahmenbedingungen zu setzen, um die globale Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten.

Das Papier plädiert zudem für schnellere Zulassungsverfahren, verbesserte Forschungsförderung und einen stabilen Energiemarkt. Ohne diese Änderungen droht die Region ihren Status als führender Technologiestandort zu verlieren – mit weiteren Risiken für Arbeitsplätze und wirtschaftlichen Wohlstand.

Die Forderungen des Automotive Clusters zielen darauf ab, einen unter massivem Druck stehenden Sektor zu stabilisieren, der mit rückläufigen Aufträgen und Produktionskürzungen zu kämpfen hat. Werden die vorgeschlagenen Reformen umgesetzt, könnten Zulieferer wieder mit mehr Sicherheit in Elektromobilität und neue Technologien investieren.

Doch aktuell bleibt die Automobilindustrie in der Region – insbesondere in Stuttgart, Waiblingen und Karlsruhe – gefährdet: Die Insolvenzzahlen steigen, und der Exportrückgang wird sich voraussichtlich bis 2025 fortsetzen.

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