Minimales Leck im stillgelegten AKW Philippsburg – doch wie gefährlich war es wirklich?
Sepp KraushaarMinimales Leck im stillgelegten AKW Philippsburg – doch wie gefährlich war es wirklich?
Kleines Leck im stillgelegten Block 1 des Kernkraftwerks Philippsburg am 10. März 2026 entdeckt
Bei Routinekontrollen in einem System zur Eindämmung radioaktiver Stoffe wurde am 10. März 2026 im stillgelegten Block 1 des Kernkraftwerks Philippsburg ein geringfügiges Leck festgestellt. Ursache war Korrosion an zwei Rohrverbindungen eines Wassertanks, woraufhin die Aufsichtsbehörden umgehend reagierten. Die zuständigen Stellen bestätigten, dass zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für Menschen oder die Umwelt bestand.
Die aus den beschädigten Rohren ausgetretene Flüssigkeit gelangte über einen Bodenablauf in das vorgesehene radioaktive Abwassersystem der Anlage. Zwar wurden unter dem Leck Spuren von Radioaktivität nachgewiesen, diese stellten jedoch keine Bedrohung für das Personal oder die Umgebung dar.
Nach den deutschen Atomrechtvorschriften wurde der Vorfall als Kategorie N (Meldestufe) gemäß der Atomrechtlichen Sicherheitsbeauftragten- und Meldeverordnung (AtSMV) eingestuft. Die baden-württembergische Atomaufsichtsbehörde leitete noch am selben Tag eine Vor-Ort-Prüfung ein. Sie wies den Betreiber EnBW an, eine umfassende Ursachenanalyse durchzuführen, die Strahlenüberwachung zu verstärken und sich unabhängigen Überprüfungstests zu unterziehen.
Auf der Internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse (INES) wurde der Vorfall mit Stufe 0 bewertet, was bedeutet, dass er keine oder nur eine sehr geringe sicherheitstechnische Bedeutung hatte. Bis zum 24. März 2026 wurden außerhalb des Kraftwerks keine erhöhten Strahlenwerte gemessen. Die Lecks wurden vorläufig mit Schellen abgedichtet; langfristig ist der Austausch des betroffenen Wassertanks geplant.
Behörden und Betreiber bestätigten übereinstimmend, dass der Vorfall vernachlässigbare sicherheitstechnische Auswirkungen hatte. Alle notwendigen Maßnahmen zur Behebung der Korrosion und zur Vermeidung künftiger Lecks wurden ergriffen. Die stillgelegte Anlage wird im Rahmen der üblichen Verfahren weiterhin unter verschärfter Aufsicht betrieben.






