Landesregierung beschließt radikale Wende gegen den Flächenverbrauch bis 2023
Hiltrud JockelLandesregierung beschließt radikale Wende gegen den Flächenverbrauch bis 2023
Die Landesregierung hat neue Maßnahmen beschlossen, um den Flächenverbrauch zu reduzieren und eine intelligentere Nutzung bestehender Räume zu fördern. Da zwischen 2016 und 2020 täglich durchschnittlich 5,6 Hektar Land in Anspruch genommen wurden, setzen sich die Verantwortlichen nun für eine stärkere Innenentwicklung und weniger Neuausweisungen von Grünflächen ein. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund steigender Bevölkerungszahlen, die den Bedarf an Wohn- und Gewerbeflächen in die Höhe treiben.
Ein zentraler Bestandteil des Plans ist die Ausweitung des Programms "Fläche gewinnen durch Innenentwicklung". Die Initiative wird sich künftig stärker auf die Umnutzung und Umstrukturierung brachliegender Gewerbe- und Industriegebiete konzentrieren. Um Kommunen, Investoren und Bauherren zu unterstützen, wird das Ministerium für Raumordnung und Wohnungsbau zudem eine digitale Übersicht über ungenutzte Innenentwicklungspotenziale erstellen.
Ebenfalls in Planung ist ein neues "Entsiegelungsprämie"-Modell mit einem jährlichen Budget von rund einer Million Euro. Mit diesem finanziellen Anreiz sollen Gemeinden motiviert werden, versiegelte Flächen zurückzubauen und natürliche Lebensräume wiederherzustellen. Ein oder mehrere Pilotprojekte sollen effiziente Wege aufzeigen, wie Flächen reaktiviert oder renaturiert werden können.
Das Ministerium hat bereits eine Studie in Auftrag gegeben, um die besten Instrumente zur Flächeneinsparung zu identifizieren. Die Ergebnisse werden für den Herbst 2023 erwartet, daraufhin soll ein "Aktionsplan Flächen sparen" erarbeitet werden. Dieser wird abgestimmte Maßnahmen aller relevanten Ressorts enthalten.
Die Behörden betonen, dass der Haupttreiber für den aktuellen Flächenverbrauch der wachsende Wohnraumbedarf ist. Durch eine gezieltere Unterstützung der Kommunen will das Land die Entwicklung nach innen lenken – statt nach außen.
Die beschlossenen Vorhaben markieren einen klaren Kurs, den Flächenverbrauch zu verringern und bestehende Gebiete besser zu nutzen. Die digitale Potenzialübersicht, die Entsiegelungsprämie und die Modellprojekte werden Kommunen praktisch unter die Arme greifen. Mit den Studienergebnissen und dem anstehenden Aktionsplan sind bis Jahresende weitere Schritte zu erwarten.






