17 March 2026, 06:21

Josefa von Hohenzollern: Vom Ruhm zur Niederlage und einem späten Wunder

Schwarze und weiße Zeitung vom "Berliner Wespen, 6. August 1875" mit einer Gruppe von Menschen in Not, einige schauen ängstlich hoch, andere verwirrt runter.

Josefa von Hohenzollern: Vom Ruhm zur Niederlage und einem späten Wunder

Josefa von Hohenzollern, einst als "singende Bürgermeisterin" von Kollnburg bekannt, hat in den vergangenen Jahren eine turbulente politische Laufbahn durchlebt. Nach dem Verlust ihres Amts als Bürgermeisterin 2020 zog sie nach Leonberg, wo sie später für das höchste Stadtoberhaupt kandidierte – doch ihr Wahlkampf endete mit einer Niederlage. Ihre Geschichte umfasst persönliche Verluste, eine überraschende Spätschwangerschaft und eine politische Karriere, die von Ruhm wie auch Rückschlägen geprägt ist.

Erstmals auf sich aufmerksam wurde von Hohenzollern als Bürgermeisterin des bayerischen Kollnburg, wo sie mit einer Coverversion eines Rainhard-Fendrich-Lieds den Spitznamen "die singende Bürgermeisterin" erhielt. 2020 scheiterte jedoch ihre Wiederwahl, woraufhin sie nach Leonberg umzog. Dort übernahm sie 2021 das Amt der Ersten Bürgermeisterin und Stellvertreterin unter Bürgermeister Martin Cohn.

Im Juni 2025 kündigte sie ihre Kandidatur für das Oberbürgermeisteramt in Leonberg an und versprach, Politik und Familienleben in Einklang zu bringen. Doch ihr Wahlkampf wurde von einer Tragödie überschattet: Kurz nach ihrer Bewerbung starb ihr Ehemann, Harald von Hohenzollern, unerwartet in Namibia. Trotz dieses Schicksalsschlags setzte sie ihre Kandidatur fort, erhielt jedoch bei der Wahl im September nur 11 Prozent der Stimmen.

Die Wahl gewann deutlich Tobias Degode, ein von der CDU unterstützter Kandidat, der bereits in der ersten Runde 50,92 Prozent erreichte. Sein Sieg markiert einen Wandel nach den von Konflikten geprägten Jahren unter Cohn, die von Einheimischen als "Eiszeit" beschrieben wurden. Degodes frühe Amtsführung wird mit Optimismus betrachtet – SPD- und FDP-Vertreter loben seinen Fokus auf Gesundheitsversorgung, Wirtschaftswachstum und ein kooperativeres politisches Klima.

Bereits 2023 war von Hohenzollern von Cohn von ihren Pflichten entbunden worden. Dann, im August 2025, brachte sie mit 51 Jahren überraschend einen Sohn zur Welt – ein seltenes persönliches Glücksereignis mitten in ihren politischen Kämpfen.

Josefa von Hohenzollerns politische Laufbahn kennt Höhen und Tiefen: vom musikalischen Ruhm in Kollnburg bis zur jüngsten Wahlniederlage in Leonberg. Während die Stadt nun unter neuer Führung in die Zukunft blickt, zieht sie sich nach einer Phase persönlicher und beruflicher Herausforderungen aus der öffentlichen Ämterwelt zurück. Ihre Geschichte bleibt ein bemerkenswertes Kapitel der Kommunalpolitik – geprägt von Widerstandskraft und unerwarteten Wendungen.

Quelle