18 April 2026, 06:21

Joe Lycett wird offiziell zu Hugo Boss – ein Protest mit Folgen

Schwarze und weiße Visitenkarte für Jackson & Damper Senfhersteller, Nr. 2, Primrose Street, Bishopgate, London.

Joe Lycett wird offiziell zu Hugo Boss – ein Protest mit Folgen

Der Komiker Joe Lycett hat seinen Namen offiziell in Hugo Boss ändern lassen – als Protest gegen die aggressive Durchsetzung der Markenrechte durch den Modekonzern. Der Schritt folgt auf eine Reihe von Abmahnungen, mit denen das Unternehmen kleine Betriebe und gemeinnützige Organisationen bedrängt hatte, die das Wort "BOSS" in ihrem Namen führen.

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Bundesweite Aufmerksamkeit erhielt der Konflikt, nachdem die kleine Brauerei Boss Brewing aus Swansea 10.000 Pfund für die Abwehr einer Klagedrohung von Hugo Boss aufbringen musste. Das 1924 gegründete Modeunternehmen ist bekannt für seine kompromisslose Markenpolitik – selbst gegen gemeinnützige Initiativen wie DarkGirlBoss, eine Wohltätigkeitsorganisation, die wegen ihres Namens juristisch belangt wurde.

Der Modekonzern Hugo Boss beschäftigt über 14.000 Mitarbeiter in 127 Ländern. In seiner Vergangenheit produzierte das Unternehmen während des Zweiten Weltkriegs SS-Uniformen für die Nationalsozialisten – unter Einsatz von Zwangsarbeit. 2011 entschuldigte sich das Unternehmen öffentlich für die unter seiner Kriegsproduktion verursachten Verbrechen.

Lycett, der nun rechtlich Hugo Boss heißt, betonte, dass er keinerlei Verbindung zu den NS-Uniformen habe. In seiner Show "Got Your Back" kündigte er an, unter seinem neuen Namen ein Produkt auf den Markt zu bringen. Die Namensänderung sorgte für breite Diskussionen; am Wochenende war "Hugo Boss" einer der meistdiskutierten Begriffe auf Twitter.

Der Protest des Komikers rückt die Auswirkungen unternehmerischer Klagen gegen kleinere Organisationen ins Rampenlicht. Mit seiner Namensänderung und dem angekündigten Produkt wird das Thema weiter präsent bleiben. Derweil setzt der Modekonzern seine globale Markenpolitik unvermindert fort.

Quelle