Hermann-Hesse-Bahn startet mit Verspätung und höheren Kosten im Januar 2026
Vladimir DöhnHermann-Hesse-Bahn startet mit Verspätung und höheren Kosten im Januar 2026
Die Reaktivierung der Hermann-Hesse-Bahn in Baden-Württemberg verzögert sich und verursacht höhere Kosten als geplant. Ursprünglich sollte das Projekt bis 2025 abgeschlossen sein, doch nun wird die Strecke erst im Januar 2026 wiedereröffnet. Ein Teil der gestiegenen Ausgaben entfällt auf besondere Maßnahmen zum Schutz der heimischen Fledermauspopulationen.
Die rund 20 Kilometer lange Bahnstrecke zwischen Calw und Weil der Stadt sollte eigentlich bis Ende 2025 vollständig wieder in Betrieb genommen werden. Doch die Bauarbeiten werden voraussichtlich erst Anfang Dezember abgeschlossen, und der Fahrgastbetrieb beginnt ein Jahr später als vorgesehen. Die Gesamtkosten sind inzwischen auf 207 Millionen Euro gestiegen.
Um die Fledermäuse in der Region zu schützen, wurden mehrere Naturschutzmaßnahmen umgesetzt. Dazu gehörten der Bau von zwölf Fledermausunterkünften, die Installation von Schallschutzvorrichtungen an Brücken, Anpassungen der Beleuchtung sowie ein zweijähriges Monitoring-Programm. Die zusätzlichen Maßnahmen erhöhten die Kosten um etwa 1,2 Millionen Euro, sodass sich die naturschutzbedingten Ausgaben auf insgesamt 28,5 Millionen Euro belaufen.
Ab Januar 2026 werden die Züge zunächst nur zwischen Calw und Weil der Stadt verkehren. Die Verlängerung bis Renningen folgt im Juni, sodass dann die gesamte Strecke befahren werden kann.
Die Wiederinbetriebnahme der Hermann-Hesse-Bahn ist damit teurer geworden und startet mit Verspätung. Die Schutzmaßnahmen für Fledermäuse trugen zu den Mehrkosten bei, während Fahrgäste bis Anfang 2026 auf die ersten Züge warten müssen. Die schrittweise Wiedereröffnung beginnt mit einer Teilstrecke, bevor der Vollbetrieb zur Jahresmitte aufgenommen wird.