Gericht bestätigt böswilliges Handeln bei Stada-Übernahme durch Nidda Healthcare
Vladimir DöhnGericht bestätigt böswilliges Handeln bei Stada-Übernahme durch Nidda Healthcare
Ein langjähriger Rechtsstreit um die Übernahme von Stada hat ein weiteres Urteil gegen die Nidda Healthcare Holding gebracht. Das Oberlandesgericht Frankfurt (OLG) wies die Berufung des Unternehmens zurück und stellte fest, dass dieses böswillig gehandelt habe. Unterdessen haben sich die Private-Equity-Firmen Bain Capital und Cinven nach acht Jahren vollständig aus ihrem Engagement bei der Pharmagruppe zurückgezogen.
Im Mittelpunkt des Verfahrens stehen Forderungen ehemaliger Aktionäre, die nach der Privatisierung von Stada im Jahr 2017 zusätzliche Entschädigungen einfordern. Das OLG lehnte die Berufung von Nidda ab und entschied, dass der Anspruch nicht verjährt sei. Die Richter führten aus, dass grobe Fahrlässigkeit nicht unterstellt werden könne und dass Nidda versucht habe, das Verfahren unrechtmäßig zu verzögern. Dies folgt früheren Urteilen des Bundesgerichtshofs (BGH) und des OLG, die sich in ähnlichen Streitfällen bereits auf die Seite der ehemaligen Aktionäre gestellt hatten.
Noch immer hängen 44 weitere Klagen beim OLG, in denen Kläger weitere Ausgleichszahlungen fordern. Eine von einem in Luxemburg ansässigen Vermögensverwalter eingereichte Klage zielt auf 4,7 Millionen Euro ab – die Differenz von 8,15 Euro pro Aktie. Ein weiterer privater Aktionär verlangt fast 140.000 Euro zuzüglich Zinsen seit Ende August 2017.
Die Eigentumsverhältnisse bei Stada haben sich mittlerweile vollständig gewandelt. Bain und Cinven, die ursprünglich 31 Prozent hielten, haben ihren restlichen Anteil veräußert. Die in London ansässige Beteiligungsgesellschaft CapVest Partners hält nun eine Mehrheit von 68 Prozent, während das Management die verbleibenden 1 Prozent behält. Die Entscheidung des OLG bestätigt frühere Urteile zugunsten der ehemaligen Aktionäre. Mit Dutzenden noch ungelösten Fällen wirft die Privatisierung von Stada weiterhin rechtliche Fragen auf. Die Eigentümerschaft des Unternehmens liegt nun bei CapVest – und markiert damit das Ende des achtjährigen Engagements von Bain und Cinven.






