Frauen dominieren Apotheken – doch Lohnungleichheit bleibt ein ungelöstes Problem
Vladimir DöhnFrauen dominieren Apotheken – doch Lohnungleichheit bleibt ein ungelöstes Problem
Frauen stellen fast neun von zehn Pharmazeutik-Beschäftigten in Deutschland – doch sie kämpfen weiterhin mit Lohnungleichheit und Karrierehindernissen
Zum Internationalen Frauentag fordert die Adexa, der Berufsverband der Apothekenmitarbeiterinnen und -mitarbeiter, eine bessere Würdigung der Leistungen von Frauen in der Branche sowie dringende Verbesserungen der Arbeitsbedingungen.
2024 zählte der Apothekensektor in Deutschland rund 162.000 Beschäftigte – 89,2 Prozent davon waren Frauen. In bestimmten Berufen ist der Frauenanteil noch höher: 96,6 Prozent der Pharmazeutisch-technischen Assistentinnen (PTA) und 97,5 Prozent der Pharmazeutisch-kaufmännischen Angestellten (PKA) sind weiblich. Auch unter den approbierten Apothekerinnen und Apothekern stellen Frauen mit 74,1 Prozent die Mehrheit, und 74,8 Prozent der Auszubildenden sind weiblich.
Trotz ihrer dominierenden Präsenz in der Branche verdienen Frauen weiterhin weniger. Die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern liegt in Deutschland bei 16 Prozent – das bedeutet, dass Frauen im Schnitt 4,10 Euro pro Stunde weniger erhalten als Männer für vergleichbare Arbeit. Die Adexa betont, dass diese Ungerechtigkeit besteht, obwohl Frauen täglich unverzichtbare Leistungen erbringen: von fachkundiger Medikamentenberatung bis zur sicheren Patientenversorgung.
Doch nicht nur die Bezahlung bremst die Karrierechancen von Frauen. Unbezahlte Care-Arbeit verschärft die Ungleichheit: Frauen übernehmen etwa zwei Drittel der Kinderbetreuung, verbringen mehr Zeit mit Hausarbeit und tragen den Großteil der Pflege von Angehörigen. Diese Mehrfachbelastung schränkt berufliche Aufstiegschancen ein und mindert die finanzielle Absicherung im Alter.
Die Adexa fordert strukturelle Veränderungen, um Diskriminierung abzubauen. Flexiblere Arbeitszeiten und fairere Bedingungen seien entscheidend, um qualifizierte Fachkräfte in den Apotheken zu halten – einem Bereich, in dem Frauen das Rückgrat der öffentlichen Gesundheitsversorgung bilden.
Der Aufruf zu Reformen fällt mit dem Internationalen Frauentag zusammen, der auf anhaltende Ungleichheiten aufmerksam macht. Da Frauen die überwältigende Mehrheit der Apothekenbeschäftigten stellen, pocht die Adexa darauf, Lohnlücken und die Last unbezahlter Arbeit endlich anzugehen. Ohne systematische Verbesserungen droht die Branche erfahrene Fachkräfte zu verlieren – genau jene, die die Versorgung mit essenziellen Leistungen aufrechterhalten.






