Eltern zahlen für Tablets: Wie Schulen die digitale Bildung selbst in die Hand nehmen
Vladimir DöhnEltern zahlen für Tablets: Wie Schulen die digitale Bildung selbst in die Hand nehmen
Elternfinanzierte Tablet-Programme beschleunigen digitale Bildung an deutschen Schulen
Immer mehr Schulen in Deutschland setzen auf elternfinanzierte Tablet-Initiativen, um die digitale Bildung voranzutreiben. Da die staatliche Förderung nach dem Scheitern der Ampelkoalition unsicher ist, greifen viele auf ein gemischtes Finanzierungsmodell zurück, bei dem Eltern und Schulträger die Kosten teilen. Dieser Ansatz trägt mittlerweile über 80 Prozent der seit 2020 eingerichteten Tablet-Klassen.
Die Entwicklung hin zu einer Eins-zu-eins-Ausstattung mit Geräten gewinnt an Fahrt, da Schulen die Vorteile individueller Tablets für Schüler:innen erkennen. Persönliche Endgeräte ermöglichen maßgeschneidertes Lernen und erleichtern den Einsatz moderner Lehrmethoden. Doch die Ungewissheit über den Bundeshaushalt 2025 und die Mittel aus dem DigitalPakt 2.0 zwingt die Verantwortlichen, nach stabilen Alternativen zu suchen.
Das Modell der Elternbeteiligung in Kombination mit Schulzuschüssen gewinnt zunehmend an Beliebtheit. Es bietet planbare Budgets, reduziert den Verwaltungsaufwand und ermöglicht Schulen, digitale Werkzeuge schneller einzuführen. Eltern können zudem Zubehör auswählen und die Geräte auch außerhalb des Unterrichts nutzen – mit Optionen, die eine faire Finanzierung für alle Familien sicherstellen.
Um die Arbeitsbelastung des Personals zu verringern, empfehlen Expert:innen die Auslagerung des Gerätemanagements an externe Mobile-Device-Management-Systeme (MDM). Dies verbessert den Datenschutz und entlastet Lehrkräfte sowie IT-Teams. Einige Bildungsträger beteiligen sich zudem mit etwa 100 Euro pro Gerät, um Haushalte zu entlasten und die Abhängigkeit von unsicheren Staatsgeldern zu verringern.
Der Ansatz der ACS Group – eine Mischung aus elterlicher Kostenbeteiligung und schulischer Unterstützung – gilt inzwischen als praxistaugliche Lösung für nachhaltige digitale Aufrüstung in Klassenzimmern.
Während die staatliche Förderung weiter auf der Kippe steht, schließen elterngetragene Tablet-Programme die Lücke. Schulen gewinnen finanzielle Stabilität und Flexibilität, Schüler:innen profitieren von individualisierten Lernmitteln. Der Erfolg des Modells deutet darauf hin, dass es eine dauerhafte Rolle in der digitalen Bildungsstrategie Deutschlands spielen könnte.






