Collien Fernandes kämpft gegen digitale Gewalt und fordert strengere Gesetze
Hans-Herbert ReinhardtCollien Fernandes kämpft gegen digitale Gewalt und fordert strengere Gesetze
Schauspielerin und Aktivistin Collien Fernandes hat sich zur wachsenden Bedrohung durch digitale Gewalt gegen Frauen geäußert. In einem aktuellen Interview mit dem Spiegel schilderte sie, wie gefälschte Profile, Deepfakes und manipulierte Inhalte gegen sie eingesetzt wurden – ein Schicksal, das unzählige Frauen teilen. Ihre Schilderungen lösten eine enorme Resonanz aus: Zehntausende fordern nun strengere Schutzmaßnahmen.
Fernandes berichtete, wie unbekannte Täter in ihrem Namen Fake-Profile mit gestohlenen Fotos, bearbeiteten Videos und erfundenen, expliziten Geschichten erstellt hätten. Solche nicht einvernehmlich verbreiteten Bilder und Deepfakes, erklärte sie, würden zunehmend genutzt, um Frauen zu belästigen und bloßzustellen – unabhängig von ihrer Bekanntheit oder öffentlichen Position.
Sie warnte, Deutschland hinkte bei der Bekämpfung des Problems weit hinterher und verwies auf rechtliche Lücken, die Opfer oft schutzlos zurückließen. Fernandes forderte Reformen wie verlängerte Meldefristen, bessere Polizeiausbildung und härtere Strafen für Täter. Als Vorbild nannte sie Spanien, wo klare Regelungen, Präventionsprogramme und Schulungen für die Justiz bereits Fortschritte gebracht hätten.
Auch die Journalistin Caren Miosga unterstrich, dass es sich um ein systemisches Problem handle. Unklarheiten darüber, wer zuständig sei – Plattformen, Polizei oder Gerichte – ließen Betroffene im Stich. Justizministerin Stefanie Hubig schloss sich den Forderungen an und betonte die Notwendigkeit effizienterer Verfahren, um Frauen wirksamer zu schützen.
Fernandes machte deutlich, dass keine Frau vor solcher Gewalt sicher sei. Sie verlangte politisches Handeln, Aufklärungskampagnen und sichtbare Solidarität, um die Krise zu bewältigen. Die Debatte setzt die deutschen Behörden unter Druck, rechtliche Schlupflöcher zu schließen und die Unterstützung für Opfer zu verbessern. Ihr Fall hat bereits eine breite öffentliche Bewegung für Reformen ausgelöst. Nun wächst der Druck auf Politiker und Plattformen, konkrete Maßnahmen gegen digitale Gewalt umzusetzen.






