24 March 2026, 08:20

Böhmermanns neue Ausstellung: Provokation zwischen Kunst, Macht und Butter-Kohl-Büste

Ein buntes Plakat an einer Gebäudewand mit der Aufschrift 'Les Humoristes Journal Hebdomadaire Illustré', das eine Gruppe von lachenden Menschen zeigt.

Böhmermanns neue Ausstellung: Provokation zwischen Kunst, Macht und Butter-Kohl-Büste

Eine provokante neue Ausstellung des Satirikers Jan Böhmermann und seines Kollektivs Royal ist im Berliner Haus der Kulturen der Welt eröffnet worden. Unter dem Titel "Die Möglichkeit der Irrationalität" vereint die Schau provokante Kunst, persönliche Relikte und interaktive Installationen – und sorgt bereits für Gesprächsstoff durch ihre Mischung aus Humor, Kontroverse und Surrealismus.

Schon der Eintritt fordert die Besucher heraus: Bevor es losgeht, müssen sie ihre Handys abgeben – eine Regel, die den Ton für das Kommende setzt. Drinnen richtet sich ein Teleskop auf einen Spiegel, der das nahegelegene Bundeskanzleramt einfängt und so einen wörtlichen Blick auf die Macht ermöglicht.

Der Ausstellungsraum ist voller skurriler Exponate. Eine lebensgroße Büste Helmut Kohls, vollständig aus Butter geformt, steht neben einer Raucherkabine mit echten Zigaretten. Daneben zerfetzt eine Maschine alle 28 Minuten ein Stofftier – es sei denn, jemand zahlt 20 Euro, um es zu retten und ein Selfie zu machen. KI-generierte Aktbilder des Politikers Friedrich Merz hängen neben einem Nachbau eines deutschen Einbürgerungstests, inklusive Fragen und nervenaufreibender Atmosphäre.

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Böhmermanns juristische Auseinandersetzungen stehen im Mittelpunkt mehrerer Werke. Dokumente aus seinen viel beachteten Prozessen – darunter der Fall um das Erdogan-Gedicht, der Streit mit dem ZDF und die Klage der AfD – werden wie Reliquien präsentiert. Eine Wand mit Profilbildern zeigt die Gesichter jener, die ihn online beleidigt haben, und verwandelt digitale Hetze in physische Kunst. Souvenirs aus seiner TV-Karriere, wie Bushidos Goldene Schallplatte oder Jan Marsaleks Boxsack, verleihen der Ausstellung eine persönliche Note.

Für einen verspielteren Moment lädt ein "TV-Garten" zu Indie-Auftritten von Künstlern wie Domiziana, Mine und Ebow ein. Der Bereich wirkt wie ein nostalgischer Rückblick und verbindet Musik mit visueller Unordnung.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 19. Oktober 2022 und gibt Besuchern Wochen Zeit, um sich in ihre Mischung aus Satire, Rechtsgeschichte und Absurdität zu vertiefen. Manche Exponate fordern heraus, andere unterhalten – doch alle spiegeln Böhmermanns Talent wider, aus Kontroversen Kunst zu machen. Der Eintritt ist frei – wer allerdings ein Stofftier retten will, muss extra zahlen.

Quelle