Bayerische Städte ersetzen Ampelmännchen durch regionale Kultfiguren wie Pumuckl und Wagner
Sepp KraushaarWenn es grün ist, hopse weiter - spezielle Ampelmotive im Aufwind - Bayerische Städte ersetzen Ampelmännchen durch regionale Kultfiguren wie Pumuckl und Wagner
Mehrere bayerische Städte tauschen Standard-Ampelmännchen gegen regionale Kultfiguren aus
Mehrere Städte in Bayern haben ihre herkömmlichen Fußgängerampeln durch Figuren ersetzt, die von der lokalen Kultur inspiriert sind. Die Initiative soll regionalen Stolz zeigen – und gleichzeitig die Verkehrssicherheit wahren. Doch nicht alle Behörden unterstützen die kreativen Entwürfe.
Fünf Städte haben bereits besondere Ampelsymbole eingeführt: In München ist nun der Pumuckl, der beliebte Kobold aus der gleichnamigen Kinderfernsehserie der 1980er-Jahre, zu sehen. Bayreuth wird bis Mitte 2025 den Komponisten Richard Wagner abbilden, während Nürnberg vorübergehend Albrecht Dürers berühmten "Feldhasen" zeigt. Hof plant, bis 2026 seinen 150 Jahre alten Würstchenverkäufer, den "Wärschtlamo", einzuführen, und Coburg wird eine "Rostbratwurst" präsentieren.
Auch andere Städte ziehen nach: In Deggendorf wirft eine Frau auf dem Ampelsignal Knödel – eine Hommage an die regionale Küche. Straubing zeigt "Bruder Straubinger", eine historische Faschingsfigur, und in Dachau sind die Ampeln mit Menschen in traditioneller bayerischer Tracht gestaltet. Die Dachauer Entwürfe kosteten rund 300 Euro für Schablonen und Grafikarbeiten.
Doch nicht alle sind von den Änderungen überzeugt. Das bayerische Innenministerium argumentiert, dass standardisierte Symbole für Fußgänger klarer und sicherer seien. Der Vorschlag für Hofs "Wärschtlamo" wurde zunächst wegen Bedenken zur Verkehrssicherheit abgelehnt. Augsburgs "Kasperl", eine Figur aus der schwäbischen Puppentradition, durfte erst nach einer Sondergenehmigung der Landesregierung umgesetzt werden.
Die individuellen Ampelmännchen unterstreichen die kulturelle Vielfalt Bayerns – von kulinarischen Traditionen bis zu historischen Persönlichkeiten. Trotz des Widerstands einiger Beamter setzen die Städte die Umgestaltung fort. An ausgewählten Übergängen sehen Fußgänger nun lokale Ikonen statt generischer Symbole.






