11 April 2026, 14:22

Apotheker drohen mit Streiks wegen gebrochener Regierungsversprechen

Ein Plakat, auf dem steht, dass Big Pharma 2022 Amerikaner zwei bis drei Mal so viel für dieselben Medikamente berechnet hat wie in anderen Ländern, mit Bildern von Medikamentenflaschen und einer Spritze darunter.

Apotheker drohen mit Streiks wegen gebrochener Regierungsversprechen

Apothekerverbände warnen Regierung vor gebrochenen Versprechen bei Gebührenerhöhungen und Reformen

Die Spitzenvertreter der Apothekerbranche haben die Bundesregierung wegen nicht eingehaltenen Zusagen zu Gebührenerhöhungen und Reformen scharf kritisiert. Clara Hartmann, Co-Moderatorin der branchenweiten Gespräche, forderte die Politik zum sofortigen Handeln auf, um eine faire Finanzierung und klarere Regelungen zu sichern. Ohne Kurskorrektur drohten ihr zufolge Streiks und ein weiterer Vertrauensverlust in der Bevölkerung.

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Dr. Stefan Hartmann, Vorsitzender des Bundesverbands Deutscher Apothekenkooperationen (BVDAK), warf der Ampelkoalition vor, die im Koalitionsvertrag vereinbarten Gebührenerhöhungen nicht umzusetzen. Die Verzögerungen bezeichnete er als "Vertragsbruch" und warnte, dass Untätigkeit das Vertrauen in demokratische Prozesse untergraben werde.

Clara Hartmann unterstützte diese Bedenken und betonte, dass Apotheken planungssichere Gebührenstrukturen benötigten, um zukunftsfähig zu bleiben. Sie rief alle Apotheken, Landesbehörden und Bundesorganisationen auf, sich in den anstehenden parlamentarischen Debatten für Veränderungen einzusetzen. Ohne Fortschritte, so Hartmann, sei industrieller Protest unvermeidbar.

Beide Verbandsvertreter wiesen zudem auf die Notwendigkeit hin, die Rolle der Apotheken im Gesundheitswesen auszubauen. Clara Hartmann nannte eine bessere Beratung, Präventionsangebote und erweiterte pharmazeutische Dienstleistungen als Schlüssel für die Zukunft des Sektors. Gleichzeitig forderte sie faire Wettbewerbsbedingungen zwischen Präsenzapotheken, Versandhandelsapotheken und Online-Plattformen.

Dr. Hartmann ergänzte, dass sich Apotheken weiter spezialisieren müssten, um relevant zu bleiben. Er bekräftigte seine Unterstützung für Apotheken in der Rechtsform einer GmbH und mahnte die Berufsverbände zu einer aktiveren Auseinandersetzung mit dem Thema an.

Die Warnungen kommen zu einer Zeit, in der Apotheken unter wachsendem finanziellen Druck und Unsicherheit leiden. Sollten die Gebührenerhöhungen ausbleiben, könnte es zu Streiks und einer weiteren Belastung des öffentlichen Vertrauens kommen. Die Verbandsführer machten deutlich: Nur mit Reformen lasse sich die Position der Apotheken im Gesundheitssystem langfristig sichern.

Quelle