AfD in Harburg zerbricht: Rücktritte, Gewaltvorwürfe und finanzielle Unregelmäßigkeiten
Vladimir DöhnAfD in Harburg zerbricht: Rücktritte, Gewaltvorwürfe und finanzielle Unregelmäßigkeiten
Die AfD-Fraktion im Hamburger Bezirk Harburg ist nach dem Rücktritt zweier Politiker auf nur noch drei Mitglieder geschrumpft. Andreas Ehlers und Harald Feineis verließen die Gruppe und begründeten ihren Schritt mit internen Konflikten sowie finanziellen Unregelmäßigkeiten. Ihr Austritt ist der vorläufige Höhepunkt monatelanger Turbulenzen, zu denen auch Vorwürfe wegen Gewalt und Drohungen gegen ehemalige Kollegen zählen.
Die jüngsten Rücktritte folgen auf Vorwürfe von Andreas Ehlers, der dem Fraktionsvorsitzenden Helge Ritscher körperliche Angriffe vorwirft. Zudem behauptet Ehlers, dass auf dem lokalen AfD-Konto ein sechsstelliger Betrag ohne nachvollziehbare Buchführung liegt. Seine Anschuldigungen verstärken die wachsenden Bedenken hinsichtlich der inneren Stabilität der Partei.
Schon im vergangenen Jahr hatte Adrian Leuser die AfD-Fraktion verlassen und Harburg fluchtartig verlassen, nachdem er Drohungen erhalten hatte. Kürzlich fand er eine bedrohliche Nachricht an seiner Wohnungstür, die er mit seiner Entscheidung in Verbindung bringt, Ehlers' Vorwürfe zu melden. Leuser äußerte seitdem wiederholt Angst um seine Sicherheit und verwies auf das, was er als Bereitschaft der AfD zu Gewalt beschreibt.
Die CDU, die mit zwölf Sitzen die stärkste Fraktion in der Harburger Bezirksversammlung stellt, beobachtet die Querelen der AfD mit Sorge. Der CDU-Abgeordnete Rainer Bliefernicht warnte, die internen Machtkämpfe könnten zu einer weiteren Abspaltung führen. Unterdessen warf Simon Dhemija von der Linken der AfD vor, gezielt Skandale zu inszenieren, um die lokale Politik zu destabilisieren.
Mit nur noch drei verbleibenden Mitgliedern sieht die Zukunft der AfD in Harburg zunehmend ungewiss aus. Die Rücktritte und Vorwürfe haben die Spaltungen vertieft und die Fraktion geschwächt – sie steht unter wachsender Beobachtung. Die AfD in Harburg muss nun mit einer deutlich geschrumpften Präsenz in der Bezirksversammlung auskommen. Anhaltende Streitigkeiten, offene Finanzfragen und Sicherheitsbedenken treiben Mitglieder zum Austritt. Die Folgen könnten die lokalen Strukturen und den Einfluss der Partei in den kommenden Monaten weiter erschüttern.






