AfD fällt unter 20 Prozent: Warum Briefwahlstimmen die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz veränderten
Vladimir DöhnAfD fällt unter 20 Prozent: Warum Briefwahlstimmen die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz veränderten
Ein Facebook-Nutzer behauptete kürzlich, es habe Wahlmanipulationen bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz gegeben – nachdem die Alternative für Deutschland (AfD) unter die 20-Prozent-Marke gefallen war. Der Rückgang zeigte sich, als die Briefwahlstimmen ausgezählt wurden, ein Vorgang, der Ergebnisse oft verschiebt. Behörden bestätigten inzwischen, dass es keine Unregelmäßigkeiten gab.
Erste Hochrechnungen der Sender ARD und ZDF hatten die AfD zunächst bei etwa 20 Prozent gesehen. Im Laufe des Abends sank der Wert der Partei auf 19,5 Prozent, nachdem die Briefwahlstimmen einbezogen wurden. Dieses Muster ist bekannt: AfD-Anhänger wählen tendenziell lieber vor Ort als per Post.
Die Partei rät ihren Wählern seit Langem von der Briefwahl ab. Ihre Basis steht dem Wahlsystem insgesamt skeptisch gegenüber, insbesondere der Briefwahl. Da Briefwähler oft früher entscheiden und weniger von letzten Kampagnenereignissen beeinflusst werden, können ihre Präferenzen von denen der Wähler am Wahltag abweichen.
Die Landeswahlleitung in Rheinland-Pfalz bestätigte später, dass es keine Hinweise auf Betrug gebe. Der prozentuale Rückgang der AfD spiegelte schlicht die schrittweise Einbeziehung der Briefwahlstimmen wider, die meist weniger für die Partei stimmen. Hochrechnungen werden mit fortschreitender Auszählung ohnehin präziser.
Das Endergebnis der AfD in Rheinland-Pfalz lag bei 19,5 Prozent – weniger als zunächst geschätzt. Die Veränderung ergab sich aus dem Auszählungsprozess, nicht aus Wahlfälschung. Die Behörden betonten die Korrektheit der Wahl, während die Haltung der Partei zur Briefwahl weiterhin ihre Ergebnisse prägt.






