250 Frauen fordern Zehn-Punkte-Plan gegen männliche Gewalt und digitale Übergriffe
Hiltrud Jockel250 Frauen fordern Zehn-Punkte-Plan gegen männliche Gewalt und digitale Übergriffe
Ein Bündnis aus 250 prominenten Frauen hat einen Zehn-Punkte-Plan zur Bekämpfung männlicher Gewalt in Deutschland vorgestellt. Zu der Gruppe gehören Politikerinnen, Künstlerinnen und Aktivistinnen, die sich für Rechtsreformen und strengere Schutzmaßnahmen gegen digitale Gewalt einsetzen.
Unter den Unterzeichnerinnen befinden sich SPD-Chefin Bärbel Bas, die Co-Vorsitzende der Grünen Franziska Brantner sowie die Schauspielerin Veronica Ferres. Sie fordern weitreichende Änderungen – darunter ein neues Gesetz, das nicht einvernehmliche sexualisierte Deepfake-Inhalte unter Strafe stellt. Zudem soll der Einsatz KI-gestützter "Nudify"-Apps verboten werden, mit denen Personen auf Fotos digital entkleidet werden können.
Die Initiative pocht auf ein Digitales Schutzgesetz, das sicherstellt, dass schädliche Inhalte zügig gelöscht und Täter identifiziert werden. Ein weiterer zentraler Vorschlag ist die Einführung von "Femizid" als eigenständigen Straftatbestand im deutschen Strafgesetzbuch.
Bundesjustizministerin Hubig hat bereits Pläne für ein Gesetz gegen digitale Gewalt angekündigt, das Lücken im Strafrecht bei sexualisierter Gewalt und Voyeurismus schließen soll. Gleichzeitig setzen Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen sich dafür ein, Saunen als besonders geschützte Räume einzustufen, um unerlaubte Aufnahmen strafbar zu machen.
Die Gruppe spricht sich zudem für ein "Ja-heißt-Ja"-Modell im Sexualstrafrecht aus, das den Fokus auf eine klare, freiwillige Zustimmung in allen Fällen legt.
Ziel der Vorschläge ist es, den rechtlichen Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt und digitalem Missbrauch zu stärken. Bei Umsetzung würden die Reformen schärfere Strafen für Täter sowie klarere Definitionen von Einwilligung mit sich bringen. Die Behörden haben sich zu der vollständigen Forderungsliste bisher noch nicht geäußert.






