08 June 2026, 14:20

Zuckergehalt in Erfrischungsgetränken bleibt trotz Regierungsversprechen hoch – besonders bei Kinderprodukten

Wie das Landwirtschaftsministerium Schön die Zuckerfortschritte Berechnet Hat

Zuckergehalt in Erfrischungsgetränken bleibt trotz Regierungsversprechen hoch – besonders bei Kinderprodukten

Ein neuer Bericht zeigt, dass der Zuckergehalt in Erfrischungsgetränken seit 2022 kaum gesunken ist – trotz gegenteiliger Regierungsangaben über Fortschritte. Kindgerechte Getränke enthalten heute sogar noch mehr Zucker als vor fünf Jahren, was Zweifel an der Wirksamkeit der Gesundheitspolitik aufkommen lässt. Kritiker werfen den Behörden vor, die ausbleibenden Verbesserungen herunterzuspielen, um strengere Regulierungen zu vermeiden.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium hatte 2024 erklärt, der Zuckeranteil in Erfrischungsgetränken sei seit 2018 um 15 Prozent gesunken. Interne Unterlagen belegten später jedoch, dass die tatsächliche Reduktion nur 9,1 Prozent betrug. Zudem verschwiegen die offiziellen Stellen, dass diese Zahl auf einem gewichteten Durchschnitt ausgewählter Getränke basierte – nicht auf dem gesamten Markt.

Das Max Rubner-Institut, eine staatliche Forschungseinrichtung, fand zwischen 2018 und 2024 keinerlei nennenswerten Rückgang des Zuckergehaltes in Erfrischungsgetränken. Besonders alarmierend: Getränke, die mit bunten Designs speziell an Kinder vermarktet werden, enthielten 2024 sogar 23 Prozent mehr Zucker als noch 2019. Luise Molling von der Verbraucherorganisation Foodwatch kritisierte, die Behörde stelle die brancheninternen Bemühungen als Erfolg dar, obwohl es lediglich darum gehe, verbindliche Zuckergrenzen zu umgehen.

Das Ministerium wies die Vorwürfe der Täuschung zurück. Gleichzeitig kündigte die Regierung an, ab 2028 eine Zuckersteuer auf gesüßte Getränke einzuführen. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken verteidigte den Schritt als „sowohl eine fiskalische Maßnahme als auch ein Instrument zur Zuckerreduktion“.

Die Steuer soll jährlich rund 450 Millionen Euro einbringen. Warum die freiwilligen Reduktionsziele zuvor kaum Wirkung zeigten, blieb bisher unbeantwortet. Die geplante Zuckerabgabe tritt 2028 in Kraft und soll den Konsum drosseln sowie Einnahmen generieren. Unabhängige Daten zeigen jedoch, dass sich der Zuckergehalt in den meisten Erfrischungsgetränken kaum verändert hat – trotz früherer Erfolgsmeldungen. Die Diskrepanz zwischen offiziellen Aussagen und Forschungsergebnissen veranlasst Gesundheitsexperten, nachdrücklichere Maßnahmen zu fordern.

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