Wiener Festwochen 2024: Rekordbesuch – aber nicht alle Inszenierungen überzeugten
Hiltrud JockelWiener Festwochen 2024: Rekordbesuch – aber nicht alle Inszenierungen überzeugten
Die Wiener Festwochen endeten mit Höhen und Tiefen
Die diesjährigen Wiener Festwochen gingen mit einer Mischung aus Triumphen und Enttäuschungen zu Ende. Milo Raus ambitionierte Produktion „Republik der Götter“ lief fünf Wochen lang und zog beträchtliche Aufmerksamkeit auf sich. Das Festival verzeichnete zudem einen Besucherrekord mit fast 196.000 Gästen.
Milo Rau inszenierte sein Spektakel mit großen Ansprüchen – er nannte es das „größte Theaterstück aller Zeiten“ und eine Weltpremiere. Seine Produktion prägte das Festivalprogramm und begleitete die gesamten Festwochen.
Andere Aufführungen hinterließen beim Publikum starken Eindruck. Thorsten Lensings „Tanzende Idioten“ erntete breite Anerkennung, insbesondere für Ursina Lardis Darstellung einer todkranken Frau. Auch Angélica Liddells „Seppuku: Die Bestattung Mishimas oder die Lust am Sterben“ zählte zu den unvergesslichen Höhepunkten. Brigitta Muntendorfs „Der Tag davor“ entwickelte sich zu einem kraftvollen Statement gegen Gewalt.
Nicht alle Produktionen überzeugten. Nestervals überladene Adaption des Nibelungenstoffs fand wenig Anklang. Susanne Kennedys „Parsifal“ litt unter den erdrückenden Digital-Effekten von Markus Selg. Positiv hervorzuheben waren dagegen Patti Smiths Auftritte und Florentina Holzingers „Pfingstspiel“, die als Festival-Highlights gefeiert wurden. Den Abschluss bildete Gob Squads interaktives Stück „Turn“, das sich mit dem Thema des Doppelgängers auseinandersetzte.
Mit fast 196.000 Besuchern verzeichnete das Festival unter Milo Raus Leitung einen Rekord. Einige Produktionen wurden begeistert aufgenommen, andere blieben hinter den Erwartungen zurück. Die Veranstaltung bot eine breite Palette künstlerischer Experimente und Publikumseinbindung.






