Von 400 Exemplaren zur polarisierenden Medienmacht: Die Junge Freiheit und ihr umstrittenes Erbe
Vladimir DöhnVon 400 Exemplaren zur polarisierenden Medienmacht: Die Junge Freiheit und ihr umstrittenes Erbe
1986 gründete Dieter Stein mit nur 18 Jahren die Junge Freiheit (JF). Die erste Auflage von 400 Exemplaren transportierte er in einem Pappkarton auf dem Gepäckträger seines Fahrrads nach Hause. Was als bescheidenes Projekt begann, entwickelte sich bald zu einer Publikation, die sowohl Kontroversen als auch die Aufmerksamkeit der Behörden auf sich zog.
Die Anfänge der JF waren alles andere als lukrativ. Bei den ersten Ausgaben verdiente niemand Geld, und die Mitwirkenden mussten die Druckkosten selbst tragen. Trotz finanzieller Engpässe verlegte Stein die Zeitung von Freiburg nach Berlin – noch bevor die Regierung offiziell in die wiedervereinte Hauptstadt umzog.
Bis 1993 hatte die JF beträchtliche Aufmerksamkeit erregt – wenn auch nicht immer positive. Rund 2.000 Demonstranten zogen durch Berlins Straßen, um gegen das Blatt zu protestieren. Zwei Jahre später wurde Steins Auto vor dem JF-Büro in Brand gesteckt, was die Spannungen weiter verschärfte.
Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) begann, die JF wegen Extremismusverdachts zu beobachten. Stein räumte später ein, dass einige Leser sogar befürchteten, sie könnten allein wegen des Lesens der Zeitung abgehört werden. Wiederholt wies er Vorwürfe zurück, die Partei Alternative für Deutschland (AfD) finanziere die Publikation.
Privat befürwortet Stein den Wehrdienst grundsätzlich, respektiert aber die Entscheidung seines Sohnes, nicht einzutreten.
Von bescheidenen Anfängen zu einer polarisierenden Kraft im deutschen Medienlandschaft: Die JF sah sich mit Protesten, Überwachung und sogar Brandstiftung konfrontiert. Steins Beharrlichkeit hielt die Zeitung am Laufen, doch ihr Ruf bleibt umstritten. Die Geschichte des Blattes spiegelt sowohl seinen Einfluss als auch die heftigen Reaktionen wider, die es bis heute auslöst.






