Vatikan lehnt Laienpredigten ab – deutsche Bischöfe scheitern mit Reformvorschlag
Hans-Herbert ReinhardtVatikan lehnt Laienpredigten ab – deutsche Bischöfe scheitern mit Reformvorschlag
Der Vatikan hat einen Antrag deutscher Bischöfe abgelehnt, Laien während der Messe predigen zu lassen. Die Entscheidung folgt auf Vorschläge des Synodalen Wegs, eines Reformprozesses unter Beteiligung von Laiengruppen in Deutschland. Kardinal Arthur Roche, ein hochrangiger Vatikanvertreter, wies den Antrag in einer kürzlichen Stellungnahme offiziell zurück.
Im Rahmen des Synodalen Wegs war vorgeschlagen worden, qualifizierten Laien zu erlauben, an Sonn- und Feiertagen die Predigt zu halten. Die deutschen Bischöfe hatten den Vatikan daraufhin gebeten, dies in Ausnahmefällen zu gestatten. Kardinal Roche, Präfekt des Dikasteriums für Gottesdienst und Sakramentenordnung, lehnte den Antrag jedoch ab.
In seiner Antwort verwies er auf das Kirchliche Gesetzbuch (Codex Iuris Canonici), das die Predigt Priestern und Diakonen vorbehält. Zudem berief er sich auf die vatikanische Instruktion Redemptionis Sacramentum von 2004, die diese Regelung unterstreicht. Der Vatikan betrachtet die Predigt als zentralen Bestandteil der Wortgottesfeier, die mit der Evangelienlesung und der Leitung der Messe verbunden ist.
Papst Franziskus hatte den Synodalen Weg zuvor kritisiert. Er warnte, dass die Diskussionen eher von Ideologie als vom Glauben geprägt seien. Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDF) äußerte sich daraufhin kritisch zur Entscheidung des Vatikans und argumentierte, sie verhindere, dass Frauen in der Kirche wichtige Aufgaben übernehmen könnten.
Die Ablehnung bedeutet, dass die bisherigen Regeln bestehen bleiben: Nur geweihte Priester oder Diakone dürfen während der Messe predigen. Die Entscheidung unterstreicht die Haltung des Vatikans zu liturgischen Rollen und der Autorität des Kirchenrechts.
