USA ziehen 5.000 Soldaten aus Deutschland ab – NATO und Sicherheit in der Kritik
Hiltrud JockelUSA ziehen 5.000 Soldaten aus Deutschland ab – NATO und Sicherheit in der Kritik
Die USA haben Pläne bekannt gegeben, 5.000 Soldaten aus Deutschland abziehen zu wollen. Der Schritt hat unter deutschen Politikern Kritik ausgelöst, wobei die Debatten über Sicherheitsrisiken und die transatlantischen Beziehungen an Schärfe gewinnen.
Während einige den Truppenabbau als geringfügig abtun, warnen andere vor weitreichenden strategischen Folgen für die NATO und die europäische Verteidigung. Die Entscheidung folgt auf monatelange Spannungen, darunter die Drohungen von Präsident Trump, die US-Militärpräsenz in Deutschland zu verringern. Die SPD-Politikerin Siemtje Möller bezeichnete den Abzug als „strategisch unbegründet“ und kritisierte Trumps Vorgehen als „unberechenbar“. Ihre Partei argumentiert, die Truppen dienten gemeinsamen Sicherheitsinteressen und sollten im Land bleiben.
Der CDU-Abgeordnete Jürgen Hardt nahm eine deutlichere Haltung ein und warnte, der Abzug schwäche die jahrzehntelange konventionelle Abschreckung. Er betonte die Bedeutung von US-Stützpunkten wie dem EUCOM in Stuttgart und der Ramstein Air Base, die eine zentrale Rolle für die transatlantische Sicherheit spielen. Hardt rief zudem dazu auf, die entstandenen Unsicherheiten einzudämmen und an die Zusammenarbeit zwischen den USA und Europa aus dem vergangenen Jahr anzuknüpfen.
Von links wurde der Abzug dagegen verharmlost: Sören Pellmann von der Linken bezeichnete die Aufregung als „viel Lärm um nichts“. Seine Partei fordert seit Langem die Schließung aller US-Militärstandorte in Deutschland. Pellmann verwies darauf, dass rund 6.500 lokale Beschäftigte in Rheinland-Pfalz – und bundesweit 12.000 – direkt für die US-Streitkräfte arbeiten, was seiner Meinung nach die wirtschaftlichen Auswirkungen begrenze.
Der Militär-experte Carlo Masala lenkte die Aufmerksamkeit auf ein anderes Problem: die Absage eines für 2024 geplanten Abkommens zwischen den USA und Deutschland über die Stationierung von Raketen. Dies stelle eine größere Bedrohung für die Sicherheit dar als die Truppenverlegung selbst, argumentierte er. Unterdessen forderte die SPD-Politikerin Möller europäische Staaten auf, schneller in eine eigene „Sicherheitsarchitektur“ zu investieren, um die Abhängigkeit von US-Truppen zu verringern.
Der Abzug wird die Zahl der US-Soldaten in Deutschland verringern, doch die langfristigen Auswirkungen bleiben unklar. Manche Politiker sehen darin eine marginale Anpassung, andere befürchten eine Schwächung der NATO-Abschreckung. Die Debatte dreht sich nun darum, ob Europa als Reaktion seine eigenen Verteidigungskapazitäten ausbauen wird.






