Ulm kämpft trotz Rekordsteuern mit Rekordschulden und sinkender Liquidität
Vladimir DöhnUlm kämpft trotz Rekordsteuern mit Rekordschulden und sinkender Liquidität
Ulm steht trotz steigender Steuereinnahmen unter wachsendem Finanzdruck
Die Schulden der Stadt Ulm stiegen 2025 auf 129 Millionen Euro – den höchsten Stand seit 2007 und den stärksten jährlichen Anstieg der Neuverschuldung seit über 30 Jahren. Trotz 25 Millionen Euro mehr an Steuereinnahmen lassen unerwartete Ausgaben und steigende Kosten kaum Spielraum für finanzielle Flexibilität.
Ein Plus von 25 Millionen Euro bei den Steuereinnahmen im Jahr 2025 ging vor allem auf höhere Gewerbesteuereinnahmen zurück, wodurch die Gesamteinnahmen auf etwa 192 Millionen Euro stiegen. Nach Pflichtabführungen verblieb Ulm jedoch nur ein Bruchteil dieses Mehrbetrags – rund 25 Millionen Euro. Der Rest wurde schnell durch unvorhergesehene und Notfallausgaben in Höhe von etwa 12,6 Millionen Euro aufgezehrt.
Die Liquidität der Stadt hat sich weiter verschlechtert, während die Schulden innerhalb eines Jahres um rund 31 Millionen Euro stiegen. Dennoch sank die Pro-Kopf-Verschuldung Ulms von 2.800 Euro im Jahr 2021 auf 2.400 Euro im Jahr 2025 – ein besserer Wert als in anderen Großstädten Baden-Württembergs. In Stuttgart verringerte sich die Pro-Kopf-Verschuldung im gleichen Zeitraum von 3.200 auf 2.900 Euro, in Mannheim von 4.100 auf 3.700 Euro.
Durch Haushaltsdisziplin gelang es Ulm, die Schuldenquote zu senken, doch der Haushalt 2025 bleibt angespannt. Ein weiteres Jahr fließen keine Mittel in die Rücklage für Sanierungen und Modernisierungen. Die Verwaltung warnt, dass eine strikte Budgetkontrolle weiterhin entscheidend ist, um die langfristige Finanzstabilität der Stadt zu sichern.
Trotz höherer Steuereinnahmen bleibt die finanzielle Lage Ulms herausfordernd. Mit Schulden auf dem höchsten Stand seit 2007 und schrumpfender Liquidität muss die Stadt steigende Kosten mit begrenzten Ressourcen in Einklang bringen. Der Fokus liegt nun auf einer strengen Haushaltsführung, um weitere finanzielle Instabilität zu vermeiden.






