Streit um Elektroauto-Zukunft: Mercedes-Werk Untertürkheim am Scheideweg
Vladimir DöhnStreit um Elektroauto-Zukunft: Mercedes-Werk Untertürkheim am Scheideweg
Am Mercedes-Benz-Werk in Stuttgart-Untertürkheim haben sich die Spannungen wegen der Pläne des Konzerns für Elektrofahrzeuge deutlich verschärft. Ein Treffen zwischen Unternehmensführung und Arbeitnehmervertretern am Montag endete ergebnislos – die Zukunft des Standorts bleibt damit ungewiss.
Im Mittelpunkt des Streits steht die Rolle des Werks beim Umstieg von Mercedes-Benz auf die E-Mobilität. Der Betriebsrat pocht auf die Sicherung eines großen Teils der zukünftigen Arbeitsplätze und fordert die Aufnahme eines Elektromodells in die Produktion. Die Unternehmensführung hingegen macht keine verbindlichen Zusagen und verlangt stattdessen Zugeständnisse von den Beschäftigten.
Am Standort arbeiten rund 19.000 Menschen, doch die Pattsituation droht die Produktion zu beeinträchtigen. Als Reaktion kündigte der Betriebsrat an, ab dem 1. Juli keine Überstunden mehr zu genehmigen. Ohne klare Perspektive für das Werk stehe dessen langfristiges Überleben auf dem Spiel, warnen die Arbeitnehmervertreter.
Mercedes-Benz plant bis 2022 zehn rein elektrisch betriebene Modelle auf den Markt zu bringen, doch wie Untertürkheim in diese Strategie eingebunden werden soll, ist noch ungeklärt. Die fehlende Transparenz vertieft den Graben zwischen Führungsetage und Belegschaftsvertretung.
Die Blockade könnte die Produktion in einem der größten Mercedes-Werke ausbremsen. Da keine Lösung in Sicht ist, dürften die Überstunden-Stopp des Betriebsrats die Lage weiter zuspitzen. Die Zukunft des Standorts hängt nun davon ab, ob sich beide Seiten auf eine gemeinsame Linie bei der Elektroauto-Produktion einigen können.






