Stefan Evers übernimmt Berlins Kulturressort nach Fördergeld-Skandal
Sepp KraushaarStefan Evers übernimmt Berlins Kulturressort nach Fördergeld-Skandal
Berlins Finanzsenator Stefan Evers (CDU) übernimmt nun auch die Leitung des Kulturressorts. Die Entscheidung fällt nach dem Rücktritt von Sarah Wedl-Wilson, die am Freitag ihr Amt niederlegte. Evers hat zugesagt, die zusätzliche Aufgabe bis zu den Landtagswahlen im September zu übernehmen.
Wedl-Wilsons Abgang erfolgte nach einem Bericht des Berliner Rechnungshofs. Dieser hatte festgestellt, dass sie unrechtmäßig Fördergelder in Höhe von 2,6 Millionen Euro für 13 Projekte zur Bekämpfung von Antisemitismus bewilligt hatte. Ihr Rücktritt hinterließ das Kulturressort vorerst ohne Führung.
Zunächst hatte die CDU Thomas Heilmann für den Posten ins Auge gefasst. Doch bei einer Sitzung entschieden sich die Bezirksvorsitzenden stattdessen für Evers. Als Gründe nannten sie seine finanzpolitische Erfahrung sowie sein großes Engagement für kulturelle Belange.
Evers ist bereits in die Verhandlungen über den Berliner Kapitalfinanzierungsvertrag eingebunden, der die Finanzierung des Kulturbereichs regelt. Seine Doppelfunktion wird bis zu den Wahlen am 20. September andauern.
In den kommenden Monaten wird Evers somit sowohl die Finanzen als auch die Kultur der Hauptstadt verantworten. Der Schritt soll für Stabilität in der Berliner Regierung vor der Wahl sorgen. Seine Ernennung folgt auf einen Fördergeld-Skandal, der letztlich zum Rücktritt Wedl-Wilsons führte.






