SRH-Kliniken stellen ambulante Schrittmacher-Sprechstunde ein – was hinter dem Wandel steckt
Vladimir DöhnSRH-Kliniken stellen ambulante Schrittmacher-Sprechstunde ein – was hinter dem Wandel steckt
Ambulante Versorgung in SRH-Kliniken vor Umbruch: Gesundheitsreformen drängen zu weniger stationären Behandlungen
Die ambulante Versorgung in den SRH-Kliniken steht vor Veränderungen, da gesundheitspolitische Weichenstellungen auf weniger stationäre Behandlungen abzielen. Ein zentraler Einschnitt ist die Schließung der klinikbasierten Sprechstunde für Schrittmacher- und Defibrillator-Patienten, sobald Dr. Jan Prillinger am 1. Oktober in die Hanfertal-Praxis wechselt. Zwar bietet das Krankenhaus weiterhin eingeschränkte ambulante Leistungen in spezialisierten Fachbereichen an, doch bleiben die finanziellen Belastungen für viele Einrichtungen ein Dilemma.
Dr. Jan Prillinger hat bisher die Betreuung von Patienten mit Schrittmachern und Defibrillatoren im Krankenhaus Sigmaringen geleitet. Mit seinem Weggang zum 1. Oktober endet dieser Service, da das Programm auf seine persönliche Expertise angewiesen ist. Der Zulassungsausschuss erteilt Genehmigungen für solche ambulanten Tätigkeiten personenbezogen – die Bewilligung gilt also für den behandelnden Arzt, nicht für die Klinik.
In Deutschland dürfen Krankenhäuser ambulante Behandlungen nur in Ausnahmefällen anbieten, etwa wenn niedergelassene Ärzte vor Ort überlastet sind oder bei komplexen Eingriffen. Die SRH-Kliniken decken derzeit ambulante Leistungen in den Fachgebieten Urologie, Kardiologie, Gastroenterologie, Gynäkologie, Chirurgie und Onkologie ab. Der Klinikchef betont jedoch, dass diese Angebote die niedergelassenen Kollegen ergänzen und nicht mit ihnen konkurrieren sollen.
Die finanzielle Realität verschärft die Herausforderungen zusätzlich. Ambulante Behandlungen bringen Krankenhäusern deutlich geringere Einnahmen als stationäre Aufenthalte. Da bereits mehr als zwei Drittel der deutschen Kliniken defizitär arbeiten, wirft der Trend zu mehr ambulanter Versorgung Fragen nach der Tragfähigkeit auf. Ohne staatliche Unterstützung könnte die Anpassung an das veränderte System viele Häuser überfordern.
Die Einstellung des Schrittmacher- und Defibrillator-Service ist symptomatisch für eine breitere Entwicklung im deutschen Gesundheitswesen. Zwar rücken ambulante Behandlungen stärker in den Fokus der Kliniken, doch finanzielle und regulatorische Hürden bleiben bestehen. Ohne zusätzliche Mittel oder politische Nachjustierungen droht der Wandel ein bereits angeschlagenes System weiter zu belasten.






